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"Besorgte-Bürger-Ballwurfbude"

Beim CSD-Stand der Satirepartei "Die PARTEI" am vergangenen Wochenende in Koblenz konnte man auf Dosen mit Bildern von Adolf Hitler, AfD-Größen, des "Hutbürgers" und eines Kommunalpolitikers werfen - nun gibt es eine Strafanzeige.

Das Koblenzer Stadtratsmitglied Torsten Schupp von der "Freien Liste Schupp" stellte nach eigenen Angaben Anzeige wegen Beleidigung und Verleumdung, weil er neben Hitler und Alexander Gauland in der "Besorgte-Bürger-Ballwurfbude" getroffen werden konnte. Damit sei die "Grenze der Geschmacklosigkeit überschritten", empörte er sich gegenüber der Zeitung "Blick aktuell". "Dass sowas überhaupt möglich ist und das alles unter dem Deckmantel der Satire."

"Die PARTEI" hatte Schupp in der Vergangenheit rassistische Posts gegen Flüchtlinge in sozialen Medien vorgeworfen. Am zweiten CSD-Tag ersetzte sie sein Foto mit dem Bild einer Banane. "Nachdem es gestern ja ein paar Beschwerden über die Motivauswahl gab, haben wir unsere Dosenbilder nun neu editiert", schrieb Ratsherr Kevin Wilhelm dazu auf Facebook. Die anderen Büchsen blieben unverändert.

An ihrer "Besorgte-Bürger-Ballwurfbude" verteilte die Satirepartei außerdem Flyer mit der Aufschrift "Homophobie ist voll schwul" und forderte ein "freiwilliges homosexuelles Jahr". (cw)



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#1 Patroklos
  • 24.08.2019, 14:25h
  • Wer ist der Mann auf der linken in der untersten Reihe stehenden Büchse? Das mit dem "freiwilligen homosexuellen Jahr" finde ich super!
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#2 PARTEI - KV KoblenzAnonym
#3 Ralph
  • 25.08.2019, 10:05h
  • Da fehlt eine Dose mit dem Bild von Martin Sonneborn, Vertreter der "Partei" im Europäischen Parlament, der im Mai 2019 gegen eine Resolution gestimmt hat, die das Verbot sog. Konversionstherapien forderte. Wer selbst massiv schwulenfeindlich eingestellt ist und jetzt eine Showveranstaltung abzieht, in der er sich angeblich schwulenfreundlich gibt, ist ein Lügner, dem die Maske vom Gesicht gerissen werden muss.
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#4 Fiese HeteAnonym
  • 25.08.2019, 10:39h
  • Antwort auf #3 von Ralph
  • Ich zitiere hier mal eine offiziellen Tweet der PARTEI zu diesen Vorwurf.

    "Es geht um einen Änderungsantrag im Bericht über die Lage der Grundrechte. Das EU-Parl artikulierte eine Position, das hat aber keine konkreten Auswirkungen.

    Wir waren grundsätzlich für den Antrag, aber er ging nicht weit genug. Wir fordern Gefängnis für Konversionstherapeuten."

    Sonneborn stimmt abwechselnd mit ja oder nein. Meist macht der dies vom dem offensichtlichen Endergebnis ab. Wenn er weiss, dass ein Antrag so oder so durchkommt, seine Stimme also keine Einfluß hat, stimmt er im Wechsel ab.
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#5 Ralph
  • 25.08.2019, 13:38h
  • Antwort auf #4 von Fiese Hete
  • Es gab hier im Mai 2019 einen reich kommentierten Artikel zu dem schwulenfeindlichen Verhalten des Herrn Sonneborn. Er stimmte damals zusammen mit erzkonservativen und rechtsradikalen Abgeordneten gegen ein Verbot von Konversionstherapien. Was seinerzeit und jetzt wieder seitens seiner Weißwäscher dazu vorgetragen wird, ist Schmonzes.

    1. Natürlich begründet eine solche Resolution nicht unmittelbares Recht in den Mitgliedstaaten. Eine Äußerung des EU-Parlaments ist aber richtungweisend und beeinflusst die politische Diskussion und Entscheidungsfindung zumindest in denjenigen Nationalstaaten, die noch über eine funktionierende demokratische Struktur verfügen, z.B. Deutschland. Zudem stellt sie eine Wertentscheidung dar, eine Verurteilung dieser scheußlichen "Therapien". Dass die EU eine Wertegemeinschaft ist,wird durch eine solche Resolution zum Ausdruck gebracht. Wer da mit Nein stimmt, will in seinem eigenen Nationalstaat die Diskussion dahingehend beeinflussen, dass diese pseudomedizinischen Umpolungsversuche weiter erlaubt bleiben. Wer mit Nein stimmt, will sich dem moralischen und politischen Unwerturteil über diese "Therapien" nicht anschließen und heißt sie gut. Wer da mit Nein stimmt, teilt den Grundwert Achtung vor Menschenwürde und Grundrechten von Schwulen uns Lesben nicht.

    2. Das Verbot ist eine Sache. Strafrechtliche Konsequenzen beim Verstoß gegen ein Verbot sind eine andere. Wenn ich schon das Verbot selbst ablehne, dann ist es elende Heuchelei, nach der Bestrafung eines Verbotsverstoßes zu rufen. Man kann nicht bestrafen, was man ausdrücklich erlaubt. Mich erinnert das an das Vorgehen der Länder Bayern, Sachsen und Thüringen gegen das LPartG. Sie lehnten im Bundesrat die Gleichstellung von verpartnerten Paaren ab und beanstandeten dann vor dem Bundesverfassungsgericht, dass verpartnerte Paare gegenüber Eheleuten rechtlich benachteiligt seien.

    3. Was ist das für eine Haltung, die eigene Abstimmung davon abhängig zu machen, ob sie das Ergebnis unmittelbar beeinflusst! Entweder bin ich dafür oder dagegen (im Ausnahmefall enthalte ich mich vielleicht). Ich kann aber doch nicht zustimmen oder ablehnen, je nachdem wie viele andere Abgeordnete mit Ja oder mit Nein stimmen. Welch eine Verhöhnung der eigenen Wählerschaft!

    Dreht und wendet es, wie ihr wollt, ihr von der "Partei" - gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit ist keine Satire. Wer sich am rechten Rand verortet, wird auch dort wahrgenommen.
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#6 MutteAnonym
  • 25.08.2019, 19:18h
  • Antwort auf #5 von Ralph
  • Ich möchte nicht mit dir diskutieren. Ich möchte aber deinen Kommentar nicht unkommentiert lassen. Du scheinst sehr wütend zu sein und das kann ich gut verstehen. Allerdings macht dich diese Wut offensichtlich für Satire blind. Das ist sehr schade, da du offensichtlich ansonsten sehr informiert bist und die richtigen Ansichten vertrittst. Vielleicht beschäftigst du dich später nochmal mit dem Thema.
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#7 SatireparteiAnonym
  • 25.08.2019, 19:48h
  • Antwort auf #5 von Ralph
  • Ob man diese Form von Satire versteht oder ob es einem gefällt oder nicht, ist eine Sache.
    Aber eine andere Sache ist es, die Äußerungen von der "PARTEI" tatsächlich nicht einordnen zu können.

    Es geht bei "Die Partei" um Satire.
    Herr Sonneborn ist ein Satiriker und überspitzt die AfD, um deutlich zu machen, wie gefährlich die AfD wird, wenn sie mal an die Regierung kommen sollte.
    Alle, die zur "Die Partei" gehören, wollen auf Rechtspopulismus und Rechtsradikalismus aufmerksam machen und auch sensibilisieren.

    Das ist die Erklärung dazu.

    Wie gesagt, ob einem die Art und Weise gefällt oder nicht, und ob sie das immer treffend umsetzen, darüber lässt sich garantiert streiten.

    Aber diese Satirepartei ernsthaft in die rechte Ecke zu stellen, ist, mit verlaub, absurd.

    ©BuntesUndSchönes
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#8 Ralph
  • 26.08.2019, 18:46h
  • @ Satirepartei, Mutte

    Aha, es ist also Satire, bei einer Parlamentsabstimmung zusammen mit den Leuten von Orban, Kaczynski und Gauland gegen die Rechte von Schwulen und Lesben zu stimmen. - Tut mir leid, da hab ich ein ganz anderes Verständnis von Satire und vor allem von Politik.
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#9 Ralph
  • 26.08.2019, 18:52h
  • Antwort auf #7 von Satirepartei
  • Herr Sonneborn "überspitzt" die AfD, um deutlich zu machen, wie gefährlich es ist, wenn sie an die Regierung kommt? Weiß das irgendwer noch nicht, wie gefährlich die AfD ist? Und ist es der richtige Weg, die Machtergreifung der AfD zu verhindern, indem man ihre Positionen übernimmt und zusammen mit ihr gegen Grundrechte stimmt? - Nein, nein. Niemand braucht Herrn Sonneborn und seine "Partei" in die rechte Ecke zu stellen. Dorthin hat er sich selbst gestellt.
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#10 SatireparteiAnonym
  • 26.08.2019, 18:56h
  • Antwort auf #8 von Ralph
  • Deswegen sagte ich ja, dass sich darüber streiten lässt, ob sie das immer so treffend umsetzen. Ich kann auch nicht allen Aktionen von ihnen zustimmen.
    Manches ist aber wirklich sehr gut gelungen.

    ©BuntesUndSchönes
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