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Kunst für das Recht auf Leben
- 31. August 2019, kein Kommentar
Bild: Donald Moffett / Migros MuseumIm Migros Museum für Gegenwartskunst in Zürich wurde am Freitag die bewegende Ausstellung "United by AIDS. An Exhibition about Loss, Remembrance, Activism and Art in Response to HIV / AIDS" eröffnet.
In den Achtzigerjahren führte der Ausbruch von AIDS zu einer Politisierung vieler Kunstschaffender. Oftmals direkt von der Erkrankung betroffen, griffen sie die neue bedrohliche Realität in ihrer Arbeit auf und thematisierten die persönlichen und gesellschaftspolitischen Auswirkungen dieser aus heutiger Perspektive nur schwer in ihren Dimensionen nachvollziehbaren Katastrophe. Diesen facettenreichen und vielschichtigen Zusammenhängen zwischen Kunst und HIV trägt die umfangreiche Gruppenausstellung in den ersten drei Kapiteln im Untergeschoss Rechnung.
Das erste Kapitel widmet sich dem Verschwinden und der Auslöschung der Betroffenen, der Visualisierung der durch die Krankheit hervorgerufenen und nahezu unfassbaren Leere, welche die Erkrankung zu Beginn bedeutete. Das zweite Kapitel konzentriert sich auf die Kunstszene New Yorks als eines der Epizentren der Krise, während im dritten Kapitel die künstlerisch-aktivistischen Interventionen, die in den Achtziger- und Neunzigerjahren insbesondere im Umfeld von ACT UP entstanden, präsentiert werden.
Deutlich wird, dass Kunst in diesem Kontext als aktivistische Strategie, als Erinnerungsspeicher, als Anklage wie auch als Reflexionsinstrument fungiert hat und bis heute fungiert. Hauptaugenmerk des vierten Kapitels bilden künstlerische Positionen, die knapp 40 Jahre nachdem in der westlichen Welt diese "unheimliche" Krankheit aufgetaucht ist, diese aus einer zeitgenössischen Positionen verhandeln und sich mit dem heutigen Umgang mit dem HI-Virus und mit AIDS auseinandersetzen.
In der Ankündigung zur Ausstellung heißt es: "'United by AIDS' soll in einer Zeit, in der viele gesellschaftliche Errungenschaften wie eine selbstbestimmte und autonome Sexualität, die Gleichberechtigung oder ethische und moralische Werte jenseits von nationalistisch oder rassistisch bestimmten Grundsätzen wieder in Gefahr sind oder teils von ultrakonservativen Kreisen gar rückgängig gemacht werden, nicht nur der Reflexion und Wissensvermittlung dienen, sondern auch an das transformative Potenzial von Kunst erinnern."
Die Ausstellung ist noch bis zum 10. November im Migros Museum für Gegenwartskunst in Zürich zu sehen. Einige der präsentierten Kunstwerke zeigen wir in der unten verlinkten Galerie. (cw)
Links zum Thema:
» Mehr Infos zur Ausstellung auf der Homepage des Museums
















