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Hatari zeigen Regenbogen-Flügel bei Moskauer Konzert

Bild: Timofeeva Lenka

Die umstrittene Eurovision-BDSM-Band setzte ein Zeichen der Solidarität für die queere Community Russlands.

Wie inzwischen einige internationale Künstler vor ihr hat die isländische Band Hatari am Samstag einen Auftritt in Moskau genutzt, um queeren Menschen vor Ort Solidarität auszudrücken. Bei dem Konzert enthüllte Bandmitglied Andrean Sigurgeirsson riesige Flügel in Regenbogenfarben - unter Jubel des Publikums (und dem Schlussapplaus zum ESC-Song "Hatrið mun sigra").

Der Choreograf und Tänzer, der sich auf Instagram bereits mehrfach zu LGBTI-Rechten äußerte und dort auch seinen Partner vorzeigt, kritisierte später in dem sozialen Netzwerk zu einem Bild des Auftritts, wie das russische Gesetz gegen "Homo-Propaganda" queere Menschen stigmatisiere und wie die Regierung über Verbrechen an LGBTI, speziell an der Verfolgungswelle in Tschetschenien, hinwegschaue.

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Our existence is a reality Russian gay propaganda laws of 2013 punishes and bans the promotion of non-traditional relations to minors. The law is disguised as a way to protect children but what it actually does is that it increases the stigmatization of LGBTQ+ people in society. The law violates peoples rights to freedom of speech, and the law effectively bans all public demonstrations or events speaking in favour of LGBT rights. Many important LGBTQ+ support networks have been banned on the internet because of this law. Gay pride parades are met with much resistance by local authorities across Russia, On April 2017 Checnyan (Russian) authorities began an anti-LGBTQ+ purge where 100 men were arrested and tortured for being gay, many were murdered. In 2019, 40 LGBTQ+ men and women were arrested and tortured in another purge. Russian authorities do not care about queer people, they actively try to harm, torture and murder LGBTQ+ people in Russia. The Russian President, Government and police give a silent consent to these crimes. LGBTQ+ people live in fear as they are being discriminated against and attacks on queer people often go unreported by Police. Politicians and LGBT rights activists are murdered in Russia, advocates risk their lives and often lose them trying to improve LGBT peoples lives in Russia. This is for you, the brave, beautiful and kind-hearted human beings who are LGBTQ+ in Russia. Thank you for sharing your stories with me and I hope one day that Russia will rise from their hate and learn that love is simply love. Thanks to @alexiarosg and @haraldurlevy who helped me create the wings @vitadminka

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Instagram / ssandrean

Dieser Auftritt sei "für euch, die mutigen, schönen und gutherzigen Menschen, die in Russland LGBTQ+ sind", so Sigurgeirsson. "Vielen Dank, dass ihr eure Geschichten mit mir geteilt habt, und ich hoffe, dass Russland eines Tages aus seinem Hass auferstehen und lernen wird, dass Liebe einfach Liebe ist." Als Überschrift hatte er die Botschaft "Unsere Existenz ist eine Realität" gewählt.

Auch die Band verbreitete bei Instagram Fotos des Regenbogen-Auftrittes mit der Existenz-Botschaft. Ebenfalls wichtig: Im Publikum hatten auch Besucher Regenbogenflaggen geschwenkt, wie auch am Freitag beim Konzert in St. Petersburg. In der Metropole hatte erst am Vorabend eine Bombendrohung die diesjährige Eröffnung des queeren Filmfestivals Side by Side verzögert.

Twitter / asp1610

Hatari wurden im Frühjahr weltweit durch die Teilnahme am Eurovision Song Contest bekannt; die selbsternannte "antikapitalistische BDSM-Techno-Perfomance-Kunst-Gruppe" erzielte im Finale in Tel Aviv den zehnten Platz. Die Band setzte dabei auch auf einen queeren Look and Feel, auch wenn die Mitglieder größtenteils heterosexuell (und teils gar "brave" Familienväter) sind. Bei Schalten in den Green Room schwenkten Bandmitglieder auch Regenbogen- und Transflaggen.

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Mit ausufernder und einseitiger Kritik an Gastgeber Israel hatte die Band zugleich für Empörung im Vorfeld des Contests gesorgt. Vor Ort sprachen Bandmitglieder von "Apartheid" in Israel und breiteten im Finale während der letzten Green-Room-Schalte Palästina-Flaggen vor der Kamera aus. Bekundungen im Vorfeld, man richte sich gegen die israelische Regierung und Politik, nicht aber gegen Israelis oder Juden, fanden weit weniger Beachtung als der plakative Protest. Palästinensische Organisationen kritisierten zugleich die Band, weil sie einem Boykottaufruf nicht gefolgt war.

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Wenige Tage später setzten Hatari ein Zeichen gen Palästina (wo in den letzten Wochen Repressionen gegen die queere Community zunahmen, queer.de berichtete): Die Band veröffentlichte ein während des Contests in Jericho aufgenommenes Musikvideo mit dem schwulen palästinensischen Sänger Bashar Murad. (nb)



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