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Schwedische Kirche enthüllt erstes queeres Altarbild

In Malmö ist am Sonntag das erste queere Altarbild der evangelischen Kirche in Schweden enthüllt worden: Elisabeth Ohlsons "Paradiset" (Paradies) zeigt den Garten Eden, in dem nicht Adam und Eva, sondern gleichgeschlechtliche Paare mit unterschiedlichen Hautfarben zu sehen sind.

Das Bild hängt in der St.-Paulus-Kirche, die in einer Stellungnahme erklärt, dass auf diese Art Gleichbehandlung aller Menschen innerhalb der evangelischen Kirche symbolisiert werden soll ("egal, wen man liebt oder als was man sich identifiziert"). St.-Paulus-Pfarrerin Sofia Tunebro sagte den schwedischen Medien, das Bild sei "pure Freude".

Erstellt wurde das Gemälde von der lesbischen Künstlerin Elisabeth Ohlson. Die 58-Jährige hatte "Paradiset" bereits 2012 in einer Fernsehsendung des Senders SVT angefertigt und wollte es zunächst dem Dom zu Skara schenken. Damals wurde das Bild aber abgelehnt, weil es "zu politisch" sei und in einer Kirche nichts zu suchen habe.

Ohlsen ist besonders für ihre Ausstellung "Ecce homo" bekannt, die Jesus Christus umgeben von Homosexuellen und Dragqueens zeigt. Mit derartigen Bilder wollte die Künstlerin darauf hinweisen, dass - zumindest laut der Bibel - Jesus besonders den gesellschaftlichen Außenseitern geholfen habe. Die Ausstellung hatte mehrfach zu Protesten von Homo-Hassern geführt, etwa beim CSD Belgrad 2012 (queer.de berichtete).

In Schweden sorgte "Paradiset" für Diskussionen - manche Konservative hielten das Bild für eine Beleidigung und erklärten, dass die Bibel Homosexualität verurteile. Auch in Deutschland gab es in den üblichen populistischen Ecken Kritik. In der Online-Kommentarspalte der rechtsextremen Zeitung "Junge Freiheit" heißt es etwa: "Mir fällt dazu nur eins ein: Sodom und Gomorra". Oder: "Wie lange Gott sich das noch gefallen lässt, bevor sein Zorn losbricht?" Auch der Schuldige ist bereits gefunden: "Erschütternd, denn bei sowas führt eindeutig Luzifer die Regie im Hintergrund!"

Die Schwedische Kirche war bis 1999 Staatskirche und gilt als eine der LGBTI-freundlichsten Kirchen der Welt. Bereits 2009 hat eine Synode beschlossen, dass Schwule und Lesben auch kirchlich heiraten dürfen (queer.de berichtete). In Deutschland gibt es dagegen immer noch evangelische Landeskirchen, die gleichgeschlechtlichen Paaren eine kirchliche Trauung aus Homophobie verweigern - von der katholischen Kirche ganz zu schweigen. (dk)



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#1 FliegenAnonym
  • 03.12.2019, 13:12h
  • ...brauchen wir sooo was ??? Gibt nur wieder Hass und Feuer gegen uns von den "religiösen" :-(
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#2 Ralph
#3 QueerprüderieAnonym
  • 03.12.2019, 13:55h
  • Nicht mal Cranach war so prüde, seiner Eva ein riesiges Blatt vor die Brust zu klatschen. Es lebe die sexuelle Verklemmtheit mit neuem queerem Dekor.
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#4 LotiAnonym
  • 03.12.2019, 14:04h
  • Ich finde dieses Gemälde einfach toll. Und dann auch noch in Malmö ausgestellt. So etwas wird in Deutschland und vor allem in der vorweihnachtlichen Zeit niemals geduldet werden. Undenkbar.
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#5 LotiAnonym
  • 03.12.2019, 14:23h
  • Antwort auf #3 von Queerprüderie
  • Schon mal daran gedacht, dass die Künstlerin es absichtlich damit übertrieben hat in ihrer Gestaltung? Besonders die RKK legen heute besonderen Wert darauf, das die künstlerische Freiheiten eingeschränkt werden, wenn es um christliche Darstellung geht. Ich bin zwar geschichtlich damit nicht so bewandert, aber es gab auch eine Zeit, da wurde ALLES gezeigt bei Statuen im Vatikan. Irgend so ein Popst verbot dann diese Freizügigkeit und Geschlechtsteile durften dann nur noch verhüllt dargestellt werden.
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#6 ElnaAnonym
  • 03.12.2019, 15:12h
  • Ja,wir brauchen es.Und ich finde es grandios,dass die Kirche in Malmö es "gewagt" hat.
    Hier in meiner evangelischen Gemeinde in Halle gibt es einen ehemaligen Politiker als Gemeinemitglied, der sich noch vor Jahren für einen Verein engagiert hat,der Konversionstherapien durchführte.
    Ich warte immer noch auf ein Statement,ich bat um eine aktuelle Positionierung,muss nochmal nachfragen,bis jetzt kam nichts.
    Ja,wir brauchen den Finger in der Wunde.
    Wobei ich mich als Transfrau natürlich frage,weswegen nach einer Aussage einer anderen Zeitung die Schlange als Transfrau dargestellt wurde.Vielleicht hat da einer ne Idee zu.
    Oder ihr als Redaktion habt vielleicht dazu noch eine nähere Information.
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#7 LotiAnonym
  • 03.12.2019, 19:10h
  • Antwort auf #6 von Elna
  • Gute Frage. Wie ich schon geschrieben habe, wird die Künstlerin sich sicher was dabei gedacht haben. Ich finde Ihre Fotografien auf ihrer Webside sehr beeindruckend. Einfach mal persönlich anschreiben. MFG.
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#8 daVinci6667
#9 LotiAnonym
#10 WahrheitIstRelativAnonym
  • 04.12.2019, 08:40h
  • Antwort auf #6 von Elna
  • Ich interpretiere es so, dass die Transfrau diejenige ist, im Gegensatz zum schwulen Mann, die in der Lage ist den Heteromann zu verführen und ihn somit ( versteh mich nicht falsch) ein bissel von seinem Pur-Hetero-sein abbringt.
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