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Schwules NS-Opfer mit Straße geehrt
- 25. Dezember 2019,
Bild: Stadt BochumIn Bochum wurde eine neue Straße nach dem im Nationalsozialismus verfolgten schwulen Bochumer Bergmann Hermann Hußmann benannt.
Mit der vom Verein Rosa Strippe angeregten und im September von der Bezirksvertretung Bochum-Mitte beschlossenen Straßenbenennung soll stellvertretend an die Verbrechen der Nazis gegenüber Homosexuellen erinnert werden (queer.de berichtete). Die am 20. Dezember eingeweihte Hermann-Hußmann-Straße befindet sich am nordöstlichen Rand der Innenstadt als Verbindung zwischen Moritz-Fiege-Straße und Josef-Neuberger-Straße. Bereits im November wurde im Stadtteil Hofstede an Hußmanns letzter Wohnstätte (Mühlental 11) ein Stolperstein verlegt.

Hermann Hußmann war 1908 in Bochum geboren worden und arbeitete als Bergmann auf der Zeche Constantin. Seine ersten sexuellen Kontakte mit Männern hatte er mit 16 Jahren während der Zeit der Weimarer Republik. Am 5. Februar 1943 wurde er verhaftet, nachdem ein Freund ihn bei einem Polizeiverhör verraten hatte, und nach Paragraf 175 angeklagt. Drei Monate nach seiner Festnahme erhängte er sich am 11. Mai in Untersuchungshaft mit einem Hosenträger.
Bochum ist bundesweit erst die zweite Stadt, die an homosexuelle NS-Opfer mit einem Straßennamen erinnert: Die erste Kommune war 2016 Dortmund mit der Otto-Meinecke-Straße (queer.de berichtete). (cw)


















www.stolpersteine-homosexuelle.de
Das ehrenamtliche Projekt "Stolpersteine für Homosexuelle", das als Ziel hat, die Würdigung voranzubringen von Homosexuellen, die in der NS-Zeit verfolgt, entrechtet, verurteilt, ermordet wurden, ist auf Spenden angewiesen. Auch die Straßenbenennung der Hermann-Hußmann-Straße ist ein Teil dieses Projektes, ebenso das Erstellen von Forschungsberichten zu den Lebenswegen von verfolgten Homosexuellen, Stolpersteinsetzungen in Deutschland und Hilfe an engagierte Menschen, die selbst aktiv werden möchten in Sachen Stolpersteine und dabei Anleitung benötigen.
Danke für Unterstützung.
Jürgen Wenke