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Eine Trans-Hochzeit in Russland

In Kasan gaben sich Erika Askarowa und Viktor Manuilin das Ja-Wort und setzten damit ein wichtiges Zeichen nicht nur für sich selbst.

Die Hochzeit vor dem Standesamt in der Hauptstadt der teilautonomen Republik Tatarstan fand bereits vor rund einem Monat am 12. Dezember statt, macht aber nach ersten regionalen und nationalen Medienberichten jetzt auch internationale Schlagzeilen.

Das Ja-Wort der 30-jährigen Askarowa und des 20-jährigen Manuilin gilt als eines der wenigen öffentlichen bekannt gewordenen mit Trans-Beteiligung in Russland und zudem als das erste in der strukturell erzkonservativen Region, in der rund 40 Prozent der Bevölkerung muslimischen Glaubens sind und rund 25 Prozent der russisch-orthodoxen Kirche angehören.

Es ist auch die erste bekannt gewordene Hochzeit in Russland, bei der beide Eheleute transsexuell sind. Sie wurde auch deshalb bekannt, weil die beiden damit an die Öffentlichkeit gingen: Ihr bei Youtube verbreitetes Video der Trauung wurde etwa über 65.000 Mal angesehen und erhielt neben vielen homo- und transphoben Kommentaren auch einigen Zuspruch.

"Wir sind ganz normale Menschen", sagte Askarowa einer Moskauer Boulevardzeitung. "Wir möchten der Öffentlichkeit viele Dinge vermitteln, vor allem, dass wir Menschen mit Würde sind und diese verdienen." Auch um Gewalt mache man sich weniger Sorgen: Die meisten Bedrohungen stammten von "den unsichtbaren Sessel-Generälen des Internets" und seien nicht ernst zu nehmen.

Die beiden Eheleute hatten wenige Monate zuvor eine Anerkennung in ihrem jeweiligen Geschlecht erreicht. Das Standesamt von Kasan habe sie ganz normal behandelt, ihnen problemlos einen schnellen Termin gegeben und auch die Ehezertifikate korrekt ausgestellt, so Askarowa und Manulin.

Im letzten September hatte in Moskau ein Transmann seine Cis-Ehefrau in einer Untersuchungshaft-Anstalt geheiratet; das Paar hatte sich zuvor kennengelernt. 2014 umging ein lesbisches Paar vor einem Moskauer Standesamt das Verbot gleichgeschlechtlicher Ehen dadurch, dass die Frauen es durchführen ließen, bevor eine von ihnen nach einer Geschlechtsanpassung in ihrem Geschlecht offiziell anerkannt wurde (queer.de berichtete). (cw)



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