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Demo gegen homophoben Erziehungsminister

  • 15. Januar 2020, noch kein Kommentar

Weil Israels Erziehungsminister Rafi Peretz Lesben und Schwule als unnatürlich eingestuft hatte, gingen am Mittwoch in Tel Aviv mehrere Tausend Schüler und Lehrer auf die Straße.

Der Protest gegen den nationalreligiösen Politiker der Siedlerpartei sei von mehreren Schülervertretungen unter dem Motto "Forderung nach Veränderung" organisiert worden, berichteten israelische Medien am Mittwoch.

Peretz, ein orthodoxer Rabbiner, war in einem Interview der Vorwoche gefragt worden, was er tun würde, wenn eines seiner Kinder eine "andere sexuelle Ausrichtung" hätte: "Gott sei Dank sind meine Kinder auf natürliche und gesunde Weise aufgewachsen. Sie bauen ihre Häuser auf der Basis jüdischer Werte." Als normale Familie definierte er eine "mit Mann und Frau" (queer.de berichtete).

Schüler trugen bei der Demonstration auf dem zentralen Rabin-Platz Schilder mit der Regenbogenfahne und Aufschriften wie "Liebe ist Liebe" auf Englisch und Hebräisch. Jehuda Freiman, Mitglied des nationalen Schülerrates, sagte laut "Haaretz": "Seid nicht gleichgültig, wenn die Ehre des anderen mit Füßen getreten wird."

Bereits am Sonntag hatten mehrere israelische Schulen gegen die Äußerungen Peretz' protestiert. Einige Einrichtungen hielten Unterrichtsstunden zum Thema Toleranz ab, wie Medien berichteten. Auch schwule und lesbische Lehrer hätten protestiert.

Im vergangenen Jahr hatte der Minister bereits mit Äußerungen über die "Umpolung" Homosexueller für Empörung gesorgt (queer.de berichtete). Er brüstete sich damals, selbst sogenannte Konversionstherapien für Homosexuelle durchgeführt zu haben, distanzierte sich aber später nach heftigen Protesten davon (queer.de berichtete). (cw/dpa)



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15. Januar 2020
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