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Kondom-Verpackungen für Utah zu schlüpfrig

(Bild: Utah Department of Health)

Der Mormonenstaat macht seinem Ruf wieder alle Ehre: Der Gouverneur stoppte eine Kondom-Verteilaktion, weil ihm die Verpackungen zu doppeldeutig waren.

Im Kampf gegen HIV und Aids wollte das Gesundheitsministerium des Bundesstaates Utah eigentlich 100.000 Kondome verteilen. Doch daraus wird jetzt nichts: Der republikanische Gouverneur Gary Herbert hat diese Woche sein Veto eingelegt, angeblich weil ihm die Bilder auf den Kondomschachteln zu weit gehen. Das Gesundheitsministerium will die Kampagne nun "überarbeiten".

Die Verpackungen zeigten lustige und doppeldeutige Bilder und Aufschriften. So steht auf einem "Don't Go Bare" (Tu's nicht ohne Kondom), während ein Bär (bear) abgebildet ist. Ein anderes enthält die Aufschrift "SL,UT", also Slut (Schlampe). Es kann sich aber dabei auch um die Abkürzung der Hauptstadt Salt Lake City, Utah handeln. Die Aufschrift "Explore Utah's Caves" (Entdecke die Höhlen von Utah) samt Höhlenbild dürfte selbsterklärend sein, ebenso wie "Enjoy Your Mountin'" (Genieße das Besteigen) samt Bild eines Berges. Auf einer anderen Verpackung steht "This is the Place" (Das ist der richtige Ort) neben dem Bild eines Bettes. Damit handelt es sich um jenen Satz, den der mormonische Sektenanführer Brigham Young 1847 gesagt haben soll, als sein Treck an jenem Ort ankam, der heute Salt Lake City ist.

Die Ironie- und Kondomphobie ist übrigens nicht auf verklemmte Mormonen-Regierungschefs beschränkt. 2017 stoppte auch die eigentlich vergleichsweise progressive evangelische Kirche im Rheinland eine Kondom-Verteilaktion. Auf den Verpackungen waren Sprüche abgedruckt, die dem Reformator Martin Luther zugeschrieben werden und im Zusammenhang mit Sex doppeldeutig sein können, etwa "Hier stehe ich, ich kann nicht anders" (queer.de berichtete). 2011 sorgte der Deutsche Bundestag für Schlagzeilen, weil der Kondomverkauf im Hohen Haus auf Anordnung des damaligen Bundestagspräsidenten eingestellt werden musste (queer.de berichtete). Frankreich bietet hingegen seit gut einem Jahr kostenlose Kondome auf Rezept an - allerdings ohne lustige Aufschriften (queer.de berichtete). (dk)

Twitter / UtahDepOfHealth | Das Gesundheitsministerium entschuldigte sich für die "beleidigenden" Verpackungen



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