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Schwules Leiden im KZ Flossenbürg
- 01. Februar 2020,

In der Nürnberger Egidienkirche wurde am Freitag eine Ausstellung mit Grafiken von Richard Grune und Hugo Walleitner eröffnet, die wegen ihrer Homosexualität von den Nazis verfolgt und im Konzentrationslager interniert wurden.
Im KZ standen die Gefangenen, die nach Paragraf 175 verurteilt waren, in der Hierarchie der Inhaftierten auf der untersten Stufe, waren oftmals zusätzlichen Schikanen ausgesetzt. Der Maler Richard Grune (1903-1983) - ein Bauhausschüler u.a. bei W. Kandinsky - und der österreichische Designer und Zeichner Hugo Walleitner (1909-1982) schufen mit ihren Lithografien und Zeichnungen beeindruckende Zeugnisse ihre eigenen erniedrigenden Erfahrungen im Konzentrationslager Flossenbürg.

Sie verarbeiteten aber auch die Schicksale anderer Inhaftierter, deren Demütigung, Erniedrigung und letztlich deren Ermordung. Ihre verstreuten oder in illustrierten Tatsachenberichten erschienenen Werke werden seit längerem in diesem Rahmen wieder gezeigt.
Im KZ Flossenbürg sind 379 Männer, die nach Paragraf 175 verurteilt wurden, belegbar inhaftiert gewesen, darunter auch Nürnberger wie beispielsweise Rudolf Koch. 95 dieser Männer kamen während der KZ-Haft ums Leben. Während in Auschwitz Menschenleben durch Gaskammern vernichtet wurde, war im KZ Flossenbürg "Vernichtung durch Arbeit" das Leitmotiv.
Die Ausstellung "Schwules Leiden im KZ Flossenbürg" ist noch bis 23. Februar täglich von 11 bis 16 Uhr in der Egidienkirche zu sehen und wird veranstaltet vom Bündnis gegen Trans- und Homophobie in der Region Nürnberg, vom Queeren Zentrum Fliederlich und QueerCulture Nürnberg. Am 20. Februar folgt im Fliederlich eine Informationsveranstaltung zum geplanten Denkmal für die homosexuellen Opfer im KZ Flossenbürg in der Nazizeit. (cw)










