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Schutzengel mit tiefer Narbe

Bild: Rosemarie Trockel - VG Bild-Kunst Bonn, 2019. Courtesy: the artist and Sprüth Magers

Der "Frankfurter Engel" erinnert seit 1994 in der Main-Metropole an die Verfolgung und Ermordung von Schwulen und Lesben im Nationalsozialismus - jetzt gibt es im NS-Dokumentationszentrum München eine Replik.

Vorbild der Skulptur von Rosemarie Trockel ist ein "Engel mit Schriftband", der ursprünglich als neugotische Giebelfigur das Westportal des Kölner Doms schmückte. Vom Original existiert nur noch ein beschädigtes Gipsmodell mit gebrochenen Flügeln, das die Künstlerin als Wachsabguss reproduzieren ließ. Sie schlug dem Engel den Kopf ab und brachte ihn in einem leicht verschobenen Winkel wieder an, so dass die Bruchstelle als Narbe sichtbar blieb.

Mit diesem Zeichen der Abweichung erinnert die androgyne Figur an die irreparablen Schäden der Verfolgung während des NS-Regimes. Der Engel ist Bote, Informant sowie Schutzengel der Opfer und warnt davor, dass "Männer, die Männer lieben, und Frauen, die Frauen lieben, immer wieder verfolgt werden können".

Die 2,50 Meter große Replik aus Quarzsand ist Teil der Ausstellung "Tell me about yesterday tomorrow", die noch bis 30. August 2020 im NS-Dokumentationszentrum München (Max-Mannheimer-Platz 1) zu sehen ist. Gezeigt werden zeitgenössische Kunstwerke von insgesamt 46 internationalen Künstler*innen. Im Zentrum der Arbeiten steht die Auseinandersetzung mit der Deutung von Vergangenheit und deren Anknüpfung an die Gegenwart. (cw)



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