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Kommentare zu:
Schwangere Männer sind normal


#1 kleinerniemandAnonym
  • 11.03.2020, 20:21h
  • Warum muss alles "normal" sein? Ist das nciht internalisierte Homophobie? Dann ist es eben nicht "normal", deshalb ist es trotzdem gut.
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#2 TywyllAnonym
  • 12.03.2020, 05:58h
  • Antwort auf #1 von kleinerniemand
  • Die Überschrift hat mich provoziert. Nein, schwangere Männer sind nicht "normal". Es entspricht weder der Norm, noch ist das Phänomen häufig genug, um irgendetwas in Richtung "Norm" zu sein.

    Ich habe ein wenig nachgedacht: Es ist nicht die Tatsache, daß schwangere Männer als "normal" bezeichnet werden, die mich auf die Palme bringt, sondern die Botschaft, die sich dahinter verbirgt, nämlich:

    Hey, seht her, alles total normal, ihr LGBTQS seid total normal und deswegen seid ihr in Ordnung. Nein! Nein, wir sind nicht normal. Und ich möchte, daß wir TROTZDEM in Ordnung sind. Ich will mich nicht mit der Gleichung abfinden "normal = o.k", denn das heißt umgekehrt: "nicht normal = nicht o.k."

    Mir wäre es lieber, wenn stattdessen klar wird, daß man auch als nicht Normaler akzeptiert wird. Wenn queer nur dann o.k. ist, wenn wir Queere uns normal, also im Sinne der "Normalen" verhalten -- herzlichen Glückwunsch, dann haben wir uns nicht befreit, sondern freiwillig ins Korsett der Normalität gezwängt. Ich will frei atmen können, ich will dieses Korsett nicht.

    Schwangere Männer als "normal" darzustellen, ist in meinen Augen ein Bärendienst.
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#3 Nk231Anonym
  • 12.03.2020, 12:31h
  • Normal oder nicht normal, das ist eine subjektive Angelegenheit. Weder kann man sagen, wer normal ist, noch wer nicht normal ist. Das kann nur jede/r für sich selbst definieren.
    Ich möchte als normal betrachtet werden und empfinde das überhaupt nicht als Korsett.
    Die schwangeren Männer auf den Fotos empfinde ich als normal weil es eben ein Teil der Diversität ist, die die Natur geschenkt hat - Natur = normal. Ob da nun was künstlich hinzugefügt wurde oder nicht, spielt dabei für mich keine Rolle. Auch Männer können schwanger werden wenn sie das wollen, Punkt.
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#4 TywyllAnonym
  • 12.03.2020, 18:17h
  • Antwort auf #3 von Nk231
  • Sicher, alles ist subjektiv. Kann man so sehen. Oder auch nicht. Die Definition von "normal" ist irgendwas in Richtung "das, was die Mehrheit der Menschen erwartet", und wenn man den Begriff nicht fröhlich umdefiniert, ist er eben nicht rein subjektiv.

    Meine Vorliebe für puren, ungezuckerten Cranberry-Saft ist für mich -- subjektiv -- normal im Sinne von "gewohnt", aber damit entspreche ich sicher nicht den Erwartungen der absoluten Mehrheit der Menschen, die Cranberrysaft pur für viel zu bitter und sauer hält. Mein Geschmacksempfinden ist hier einfach nicht "normal".

    Davon abgesehen hat einem die Natur nichts geschenkt, denn das würde voraussetzen, daß die Natur etwas wollen kann. Und selbst wenn die Natur eine Art Person wäre: die Diversität an Krankheiten, Mißbildungen und Gendefekten kann sie sich in diesem Fall getrost sonstwohin schieben. Und davon einmal abgesehen, hat die Natur eher nicht dazu beigetragen, daß die biologischen Frauen auf den Photos wie phänotypische Männer aussehen. Diese Anpassungen haben wohl eher wir Menschen selbst im Bemühen, den Betroffenen, die nicht der Norm entsprechen, ein besseres Leben zu schenken. Finde ich großartig.

    Nur: Ob man als trans-Mann als "normal" betrachtet wird, ist ganz sicher keine Frage des Willens: Normal ist ein Etikett, das einem andere zuschreiben (und damit ist der Begriff auch in dieser Hinsicht nicht rein subjektiv). Und hier kommen wir zum Knackpunkt: Als schwuler Mann kann ich niemals dem entsprechen, was die Mehrheit der Menschen als "normal" definiert. Deshalb habe ich die Versuche, als normal durchzugehen, endlich aufgegeben. Und selbst unter den Schwulen bin ich ein Freak.

    "Als normal betrachtet werden" ist also ein Ziel, das ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit niemals erreichen werde und wohl auch nicht kann. Insofern fände und finde ich den Versuch zu zeigen, daß man nicht als normal betrachtet werden muß, um akzeptiert oder wenigstens nicht totgeschossen, verprügelt, bespuckt oder juristisch belangt zu werden.

    In diesem Sinne bin ich unserer Gesellschaft dankbar, daß sie mich als "unnormalen" Mann als solchen auch dann Leben läßt, auch und gerade wenn ich nicht versuche, als normal durchzugehen.

    Es gibt sicher noch Spielraum nach oben, was Rechte und würdevollen Umgang mit Andersartigen angeht in Deutschland, aber prinzipiell finde ich den Weg, daß sich die Nicht-Normalen nicht zwangsläufig anpassen müssen (solange sie niemand anderen ungebührlich verletzen), deutlich angenehmer zu gehen, als die Vorstellung, eine fest vorgebenen, normalen gehen zu müssen.
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