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Aktion gegen queerphobe Fundi-Christen
Bild: privat- 20. März 2020,
Mit Packpapier und Klebeband wehrte sich ein beherzter Bielefelder gegen LGBTI-feindliche Missionare der Organisation "Jesus-t.de" - die wiederum riefen die Polizei.
Die Fundi-Christen hatten am vergangenen Samstag in der Bielefelder Innenstadt mehrere Roll-Ups aufgestellt. Auf einem wurden unter der Überschrift "Unsere Sünden trennen uns von Gott" neben Beispielen wie "Mordlust", "Diebstahl" oder "Betrug" u.a. auch "Homosexualität" und "Transvestitismus" aufgeführt.
Während viele Passant*innen einfach nur kopfschüttelnd an den Missionaren am Jahnplatz vorbeigingen, berichtete die "Neue Westfälische" am Donnerstag von einem beherzten Bürger, der die LGBTI-feindliche Provokation nicht hinnehmen wollte, im nächstgelegenen Geschäft Papier und Tesa kaufte und das Roll-Up damit überklebte. Hetze und Beleidigungen müssten nicht hingenommen werden, begründete er seine Aktion gegenüber der Regionalzeitung.
Die Fundi-Christen sahen das anders, wollten wohl auch nicht mit ihm diskutieren und riefen stattdessen die Polizei, die prompt mit zwei Streifenwagen anrückte. Die queerfeindlichen Roll-Ups seien erlaubt, befanden die Beamten, da "Jesus-t.de" die Bibelstunde zuvor als reguläre Demonstration angemeldet hätte.
Auch im Internet lassen die Hassprediger ihrer Homo- und Transphobie freien Lauf. "Wenn wir nur Schwule, Lesbische, Transvestiten ... haben, ist die Welt in 120 Jahren menschenleer", heißt es etwa auf der Homepage von "Jesus-t.de". "Viele Menschen haben eine Meinung über Sexualität, die ihnen durch die Medien gemacht wurde. Und die Medien wollen uns manipulieren, was sie auch schon in vielen Bereichen geschafft haben. Oder hast du dich gründlich mit der Frage auseinander gesetzt: Gibt es wirklich mehr als 2 Geschlechter?"
Der "Bielefelder Christo", wie die "Neue Westfälische" den anonymen Tesa-Aktivisten nannte, wurde am Samstag von den Polizisten nach Hause geschickt, zu gegenseitigen Anzeigen kam es nicht. "Ich entfernte mich dann vom Jahnplatz", berichtete er der Zeitung, "und konnte noch sehen, dass die Gruppe nach einiger Zeit das verhüllende Papier wieder entfernt hatte".
Auch wenn die Hetze nur kurz verhüllt war, eine aus unserer Sicht sehr gelungene Aktion, die zum Nachmachen inspiriert. Aber bitte erst dann, wenn die Corona-Krise überwunden ist! (mize)












den Straftatbestand der Volksverhetzung. Sie sind nicht mehr durch Religions- oder Meinungsfreiheit gedeckt. Die Passanten können Strafanzeige stellen, und die Polizei hätte es müssen, wenn die Demoteilnehmer nach einer Unterlassungsaufforderung weiter volksverhetzerische Texte offerieren, was dann auch zu einer polizeilichen Auflösung der Demo hätte führen müssen.