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Ein historischer TV-Auftritt
- 07. Mai 2020,
Bild: Deutsche WelleIn der arabischen Sendung "JaafarTalk" der Deutschen Welle trat der bekannte ägyptische Schauspieler Hesham Selim am Dienstag erstmals gemeinsam mit seinem attraktiven trans Sohn Nour auf.
Viele hoffen, dass das Interview mit Moderator Jaafar Abdul Karim zu mehr Akzeptanz von trans Menschen in der arabischen Welt führt. In der Sendung berichtete Nour, dass er vor fünf Jahren seine Transition begonnen habe, und nutzte die Gelegenheit, sich bei seinem Vater zu bedanken: "Wenn du nicht wärst, dann wäre ich jetzt nicht hier", sagte er. "Du hast mir mein ganzes Leben lang so gut wie möglich geholfen."
/ jaafarAbdulKariÄgyptischer Schauspieler und sein transsexueller Sohn entfachen Debatte. In Jaafartalk @Deutschewelle erzählen sie von ihrem langen Weg der gegenseitige Akzeptanz. pic.twitter.com/6hU7rPIvch
Jaafar Abdul Karim (@jaafarAbdulKari) May 6, 2020
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Bereits am Montag war Hesham Selim im ägyptischen Sender "Al-Qahera Wal Nas" aufgetreten und hatte dort erstmals über die Transition seines Kindes gesprochen ("Meine Tochter Noura ist nun mein Sohn Nour").
In "JaafarTalk" kam nun auch Nour selbst zu Wort. Er habe früher oft an Selbstmord gedacht, berichtete er im Interview. "Ich dachte, ich sei kein normaler Mensch. Ich glaubte, mein Leben nicht leben zu können und sah auch keine Zukunft für mich: keine Ehe, keine Arbeit, kein Leben, nichts." In Ägypten haben trans Menschen keine Möglichkeit, ihren Geschlechtseintrag zu ändern, werden vielfach diskriminiert und aus der Gesellschaft ausgegrenzt.
/ jaafarAbdulKari"Ich dachte wirklich über Selbstmord nach!" Nour, der transsexuelle Sohn eines berühmten ägyptischen Schauspielers, erzählte mir in Jaafartalk @deutschewelle. pic.twitter.com/0DTdejlh5D
Jaafar Abdul Karim (@jaafarAbdulKari) May 6, 2020
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Die Sendung der Deutschen Welle sorgte in sozialen Netzwerken für einigen Wirbel. Auf dem Facebook- und Twitter-Account von "JaafarTalk" gab es zwar überwiegend positive Reaktionen auf das Interview, aber auch mehrere transfeindliche Äußerungen. Der Sender selbst schrieb auf seiner Website: "Diese Ausgabe von 'JaafarTalk' könnte dazu beitragen, das herzustellen, was Transgender-Menschen nach Einschätzung von Nours Vater am meisten fehlt: Verständnis."
Der Berliner TV-Journalist Jaafar Abdul Karim arbeitet seit vielen Jahren für den öffentlich-rechtlichen deutschen Auslandsrundfunk. Bereits 2014 hatte er mit einer Talksendung über Homosexualität in arabischer Sprache ein starkes Echo ausgelöst (queer.de berichtete). (cw)

















