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LGBTI als Sahnehäubchen
- 18. Juni 2020,
Bild: Publicis20 große Schweizer Unternehmen werben für die LGBTI-Community und Vielfalt am Arbeitsplatz - leider nicht wirklich gelungen.
"Lesbisch, schwul, bisexuell, transgender, intergeschlechtlich, queer. Oder anders gesagt: bereichernd", heißt es auf dem Kampagnenmotiv, das u.a. auf über 500 digitalen Plakatwänden, auf den Social-Media-Kanälen der beteiligten Unternehmen und am kommenden Samstag mit einer ganzseitigen Anzeige in der "Neuen Zürcher Zeitung" beworben werden soll.
Die von BSG Schweiz initiierte und von Publicis kreierte Kampagne, bei der u.a. Allianz, Credit Suisse, Migros, Roche, Swisscom und UBS mitmachen, ist sicher gutgemeint. Doch LGBTI sind nicht das Sahnehäubchen auf dem trockenen Sandkuchen der Cis-Heteros, nicht die Kirsche auf der Absahn-Torte der Unternehmen, nicht das bunte i-Tüpfelchen auf der Heteronormativität, die sich nicht in Frage stellt, sondern nur nach "Bereicherung" ruft.
Bereichernd ist die neue Espressomaschine im Pausenraum. Gnädig-lobende Beurteilungen durch nichtqueere Arbeitsgeber*innen sind dagegen eher ein Verlust an Vielfalt, weil sie Unterschiede und Ausgrenzung zementieren. LGBTI fordern Akzeptanz und Gleichbehandlung - nicht mehr und nicht weniger. (mize)
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"Im technischen Bereich arbeiten bei uns keine Frauen, die können das nicht"
"Ich möchte Sie vor Mobbing in meinem Unternehmen schützen, deshalb stelle ich Sie nicht ein"
Da Bewerbungen meist ohne Begründung abgelehnt oder gar nicht erst beantwortet werden, ist kaum nachzuvollziehen, wie oft Stellen diskriminierend vergeben werden.