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Bilder für die Schwulen der DDR
- 28. August 2020,
Holzschnitt "Unter der Dusche", 1964Eine neue Ausstellung im Berliner Kunstverein Ost (KVOST) zeigt über 100 Arbeiten aus dem Nachlass des beeindruckenden Malers und Grafikers Jürgen Wittdorf (1932-2018).
Wittdorf hinterließ in seiner Berliner Wohnung zahlreiche Kunstwerke - seine persönlichen "Lieblinge", darunter Holz- und Linolschnitte, Zeichnungen mit Rötelkreide, Kohle und Tusche sowie Keramiken. Seinen Durchbruch als Künstler in der DDR erlangte er mit der Darstellung junger Menschen, die nicht als Arbeiter und Bauern idealisiert, sondern als Suchende, die mit all ihren Wünschen und Sehnsüchten dargestellt wurden. Was Wittdorf von der Obrigkeit den Vorwurf der "Verwestlichung" einbrachte, wurde von der Jugend begeistert gefeiert.

Holzschnitt "Die Baubrigade", 1964
Kunst war für Wittdorf auch ein Mittel, sich mit seiner eigenen Homosexualität auseinanderzusetzen, die in der DDR bis 1968 strafrechtlich verfolgt wurde. So entstanden über die Jahrzehnte etliche Bilder halbbekleideter oder nackter männlicher Körper. Aus heutiger Perspektive betrachtet, stellen sich zahlreiche Bezüge her zu den ikonischen Arbeiten von Künstlern wie David Hockney oder Tom of Finland.
Jürgen Wittdorf ist auch einer der Protagonisten des Dokumentarfilms "Unter Männern - Schwul in der DDR" von Ringo Rösener und Markus Stein (queer.de berichtete).
Die Ausstellung "Jürgen Wittdorf - Lieblinge" wird am Freitag, den 28. August um 19 Uhr durch Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) eröffnet und ist anschließend bis 14. November 2020 im KVOST (Leipziger Straße 47, Mitte) zu sehen. Sie wird durch Leihgaben aus der Sammlung des Schwulen Museums unterstützt. Anfang September erscheint ein gleichnamiger Katalog (Amazon-Affiliate-Link ) im Distanz Verlag. (cw/pm)
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