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Giffey über Klappensex aufgeklärt

Bild: Schwules Museum / L* Reiter

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) besuchte am Freitag das Schwule Museum (SMU) in Berlin - dabei fand u.a. ein "Tuntenballkleid" ihre Begeisterung.

Anlässlich des "Wear it Purple Day", der an die Belange junger queerer Menschen weltweit erinnert, ließ sich die Ministerin im lila Kostüm von Museumsvorständin Birgit Bosold durch die aktuellen Ausstellungen und das Archiv führen. Besonders von der riesigen Sammlung zeigte sich Giffey beeindruckt: Es sei immens wichtig, dass es einen Ort gebe, "um die Geschichte der Community zu bewahren und weiter zu erzählen", sagte die SPD-Politikerin.

Mit etwa 1,5 Millionen Archivalien hütet das 1985 gegründete Museum eine der größten LGBTI-Sammlungen der Welt. Nachdem es sich in den Anfangsjahren vor allem auf die Geschichte schwuler Männer konzentriert hat, versucht es seit den Neunzigerjahren die gesamte Vielfalt queerer Communitys abzubilden. Die aktuelle Ausstellung "Love at First Fight!" erzählt deshalb die Geschichte der deutschen LGBTI-Bewegung aus verschiedenen Perspektiven - und räumt lesbischen und trans Themen ebenso viel Platz ein wie der schwulen Geschichte. Die Ministerin interessierte sich hierbei vor allem für die Verbindungen zwischen der lesbischen und der feministischen Bewegung - "die ohne einander gar nicht vorstellbar waren", wie Bosold sagte.


Aufstellung für die Presse vor dem Museum (v.l.n.r.): Franziska Giffey, Brigitte Oyto und Birgit Bosold vom SMU-Vorstand sowie Gründungsmitglied Detlef Mücke (Bild: Schwules Museum / L* Reiter)


In der zweiten Ausstellung "100 Objekte", die besondere Highlights aus der Museumssammlung zeigt, konnte Giffey ihren Kunst-Sachverstand beweisen: Angetan von einem Gemälde des ostdeutschen Malers Jürgen Wittdorf fragte sie, ob es sich hier um Kunst aus der DDR handle - der "besondere Strich" würde sie daran erinnern. Viel Aufmerksamkeit schenkte die Ministerin auch den Werken der legendären Fotografin Petra Gall, einer der wichtigsten Chronistinnen der lesbischen Szene der Achtziger- und Neunzigerjahre, sowie den Bildern von Jürgen Baldiga, der das schwule Berlin fotografisch festgehalten hat und in späteren Jahren sein Leben (und Sterben) mit HIV dokumentierte. Laut "B.Z." soll die SPD-Politikerin zudem besonders angetan von einem "Tuntenballkleid" gewesen sein.

Die "taz" ordnete Giffeys Besuch im Schwulen Museum treffend als "queerpolitisches Signal" ein, das nach dem von ihr im Bundestag zunächst verteidigten lesbenfeindlichen "Adoptionshilfegesetz" auch "dringend nötig geworden" sei. Allerdings habe die Anwärterin auf den Posten der Regierenden Bürgermeisterin von Berlin am Freitagmorgen keine gute Figur gemacht.

"Zum Rundgang durch die aktuellen Ausstellungen und das überquellende Archiv im Keller kam keine Queerministerin", heißt es in dem "taz"-Bericht "Braves Fremdeln" von Stefan Hunglinger. "Eine Bürgermeisterin, von der queerpolitisch viel zu erwarten wäre, blitzte am Freitag auch nicht auf. Denn Giffey blieb ganz bürgerliche Karrierefrau im violetten Kostüm und fremdelte sichtlich mit der oft schmutzigen und radikalen deutsch-deutschen Bewegungs- und Gefühlsgeschichte, die gerade im SMU erzählt wird."

So habe das Exponat "Fenster zum Klo", das an die in Berlin einst sehr lebendige schwule Klappensexkultur erinnert, der Bundesfamilienministerin nur ein verschämtes "Ja" entlockt. (cw/pm)



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