Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/b?3144

Als Benetton die Massen schockte

Bild: Oliviero Toscani / VG Bild-Kunst, Bonn 2020 / Museum Folkwang

Noch bis zum 29. November zeigt das Museum Folkwang in Essen die Ausstellung "Rettet die Liebe! Internationale Plakate gegen Aids" - dieses Motiv war Anfang der Neunzigerjahre besonders umstritten.

Seit Entdeckung des HI-Virus in den Achtzigerjahren spielt das Plakat eine zentrale Rolle in der Aids-Aufklärung und Präventionsarbeit. Die Schau "Rettet die Liebe!" versammelt nun erstmals 180 Plakate aus fünf Kontinenten und veranschaulicht die unterschiedliche Ansprache über die Jahrzehnte und Kulturen hinweg.

Zu den gezeigten Motiven gehört auch eine kolorierte Version des Benetton-Werbeposters mit einem aidskranken Schwulen, das Oliviero Toscani 1992 für die Modemarke schuf. Er griff dafür auf ein Foto von Therese Frare zurück, die den Aktivisten David Kirby 1990 zusammen mit seiner Familie an seinem Sterbebett porträtierte.

Das ausdrucksstarke Plakat, das an ein barockes Altarbild erinnert, wurde damals hoch kontrovers diskutiert: Während sich einerseits viele Menschen über die Geschmacklosigkeit empörten, dass Benetton ausgerechnet mit Aids für Pullover warb, konnte das Schockposter andererseits die Aufmerksamkeit auf die damals noch tödliche Immunschwächekrankheit deutlich erhöhen. David Kirbys Vater meinte später zu dem Streit, nicht Benetton habe die Familie benutzt: "Wir haben sie benutzt."

Die Ausstellung "Rettet die Liebe!" läuft parallel zur Retrospektive des US-amerikanischen Künstlers Keith Haring (1958-1990), der mit der eigenen HIV-Infektion offen umging und früh für Aufklärung kämpfte (queer.de berichtete).



-w-

-w-
-w-
Newsletter
  • Unsere Newsletter halten Dich täglich oder wöchentlich über die Nachrichten aus der schwul-lesbischen Welt auf dem Laufenden.
Tagesbilder durchsuchen
Bild vorschlagen