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Die Lesbe, die um die Welt reiste

  • 16. September 2020, noch kein Kommentar
Porträt von Annemarie Schwarzenbach mit Kamera, 1939 (Bild: Esther Gambaro, Nachlass Marie-Luise Bodmer-Preiswerk)

Das Zentrum Paul Klee in Bern zeigt in einer neuen Ausstellung Fotografien der Schweizer Autorin Annemarie Schwarzenbach, die zwischen 1933 und 1942 mehrere Kontinente bereiste.

Schwarzenbach - eine der bekanntesten lesbischen Frauen der Schweiz - verstand sich hauptsächlich als Schriftstellerin. Sie war aber auch eine Pionierin der Reportage-Fotografie. Rund 300 Textbeiträge von ihr erschienen zu Lebzeiten in Schweizer Zeitschriften und Zeitungen. Ab 1933 waren diese zunehmend von eigenen Bildern begleitet. Da aber die Mehrzahl ihrer Fotografien unveröffentlicht blieb, sind die Qualität und der Umfang ihrer Tätigkeit als Fotografin bisher nur wenig bekannt.

Die meisten dieser Fotografien entstanden auf Reisen, die Schwarzenbach zwischen 1933 und 1942 nach Vorder- und Zentralasien, in die USA, durch Europa und nach Zentral- und Nordafrika führten. Ihre Tätigkeit als Journalistin, aber auch ihre großbürgerliche Herkunft und ihr Status als Diplomatengattin ermöglichten ihr bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges eine für diese Zeit außergewöhnliche Reisefreiheit.


Zu Besuch in der Highlander Folk School, Monteagle, Tennessee, USA 1937 (Bild: Schweizerisches Literaturarchiv / Schweizerische Nationalbibliothek, Bern, Nachlass Annemarie Schwarzenbach)

Ihre Bilder und Texte stehen in engem Zusammenhang und dokumentieren die gewaltigen Umbrüche, Spannungen und Konflikte der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg: Die Nachwirkungen der Weltwirtschaftskrise, die Hoffnung auf gesellschaftlichen Fortschritt, die Folgen von Modernisierung und Industrialisierung, die Bedrohung durch den Faschismus oder die europäische Faszination für den "Orient".

Auch ihre Homosexualität und das Ausbrechen aus klassischen Geschlechterrollen spiegeln sich in den Bildern, ebenso wie private Themen wie Heimatlosigkeit oder das Leben im Exil. Und nicht zuletzt zeigen sie Schwarzenbachs ungebrochene Leidenschaft für das Reisen selbst - und ihre Suche nach der Begegnung mit dem Unbekannten als existentielle Erfahrung.

"Aufbruch ohne Ziel. Annemarie Schwarzenbach als Fotografin" basiert auf ihrem rund 7.000 Fotografien umfassenden Nachlass, der im Schweizerischen Literaturarchiv in Bern aufbewahrt wird und öffentlich zugänglich ist. Die Ausstellung ist vom 18. September 2020 bis zum 3. Januar 2021 im Zentrum Paul Klee in Bern zu sehen.

Im Kein & Aber Verlag erschien im Frühjahr Schwarzenbachs lesbische Erzählung "Eine Frau zu sehen" (queer.de berichtete). (cw/pm)



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16. September 2020
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