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München erklärt geschlechtliche Vielfalt

Bild: Michael Nagy

Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat ein neues Plakat vorgestellt, das flächendeckend in München über geschlechtliche Identitäten aufklärt.

Das von der städtischen Koordinierungsstelle zur Gleichstellung von LGBTI* im Rahmen ihrer Jugendkampagne "Wir sind für Dich da" entwickelte Motiv soll darauf hinweisen, dass Geschlecht und geschlechtliche Identität vielfältig sind und jede Form davon Akzeptanz und Wertschätzung erfahren muss.

Das neue Motiv unter dem Motto "So, wie du bist" zeigt zwei Figuren, eine als vermeintlich "männlich", eine als vermeintlich "weiblich" dargestellt. Dazwischen werden mögliche geschlechtliche Identitäten wie non-binär, inter*, trans* und queer* benannt. Durch die grafische Gestaltung wird vermittelt, dass diese Identitäten in jedem Menschen auf unterschiedliche Weise vorkommen können.

"Die Frage nach Geschlecht und geschlechtlicher Identität ist eine höchst sensible und auch persönliche Frage", erklärte Reiter zum Kampagnenstart. "Ich freue mich sehr, dass die Koordinierungsstelle mit dem neuen Plakatmotiv eine sympathische, freundliche aber auch klare Botschaft in die Stadtgesellschaft schickt. Sie erzeugt Sichtbarkeit und fordert Akzeptanz! Und bietet den Menschen, jung und alt, die Möglichkeit, sich zu informieren und Angebote in München zu finden".

Die Frage sei aber auch eine "höchst politische, weil Menschen aufgrund ihres Geschlechts und ihrer geschlechtlichen Identität von Ausgrenzung, Abwertung, Diskriminierung und leider allzu oft auch von Gewalt betroffen sind", so der Oberbürgermeister weiter. "Dies kann und darf nicht hingenommen werden. Und deshalb ist es so wichtig, als Landeshauptstadt München klare Kante zu zeigen für Akzeptanz und Wertschätzung."

Die Kampagne "Wir sind für Dich da" hatte beim Start vor 15 Jahren für Proteste von christlichen Fundamentalist*innen gesorgt (queer.de berichtete). Auf der Kampagnenwebsite wirsindfuerdichda.org gibt es weitere Informationen. (cw)


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#1 Taemin
  • 23.09.2020, 11:01h
  • Schön, dass man in München auch in Pandemiezeiten andere wichtige Dinge nicht auf Eis legt. Sicher finden sich schnell Leute, die an Darstellung und Begrifflichkeiten was auszusetzen haben. Auch ich weiß nicht so recht, wo ich mich da einordnen soll (ich bezeichne mich als weiblichen Mann, ohne mich auch nur im entferntesten trans, inter, nichtbinär oder genderfluid zu fühlen). Aber die Aktion an sich ist sicher wertvoll und wichtig. - Aah ... hör ich da grade aus Düsseldorf, dass das alles in einer modernen Gesellschaft keine Rolle spielt?
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#2 stromboli
  • 23.09.2020, 22:59hberlin
  • Antwort auf #1 von Taemin
  • selbst auf die gefahr hin das es wieder zensiert wird, der hinweis: jedes das nichtbenannt wird, verschwindet auf dauer im gesellschaftlichen bewusstsein.
    Auch die klammer "queer" definiert nicht was einzelne als ihre ureigene identität und orientierung sehen und als welche sie wahrgenommen sein wollen.

    Schön, dass wir im gemeinsamen anliegen gegen heteronormativitäten, identitäten wie Trans und Inter hervorheben. Aber die weglassung ebenso relevanter identitäten wie Bi , lesbisch, oder eben das immer noch stigmatisierende Schwul erklärt nicht "geschlechtliche vielfalt", sondern schafft neue rangordnungen- wichtigkeiten und geht zudem dem im schwul-lesbischen sich ausdrückenden gleichgeschlechtlichen begehren pseudoprogressiv aus dem weg.

    Neue kleider/begriffe aber verdecken nicht die gesellschaftliche nacktheit die uns in einer heterozentrierten mitwelt umgibt.
    ...
    Und "queer" kann zwar als überbegriff das gesammte nichtheterosexuelle umschreiben, ist und bleibt aber als definition dessen was in den einzelnen identitäten& orientierungen vorgeht nur als überbau zu verstehen.
    Indem man sich um begriffe drückt, drückt man sich auch um die hierüber zu führenden auseinandersetzungen.
    Das erleben Transmenschen wie Intersexuelle im täglichen kampf um sichtbarkeit. Insofern ist ihre benennung zu begrüßen.
    Ein hinweis darauf, wie wichtig sichtbarkeit im kleinsten detail sein kann.

    Nun aber erleben wir schwule und lesben es neuerdings immer wieder, unbenannt mit der umschreibungen "QUEER" ,umbenannt zu werden.
    Uns der schmutzig anmutende stachel des "schwulen" gezogen wird und uns als queeres völkchen ein hauch vielfarbiger gewöhnlichkeit umwehen soll...
    So sehr ich überhaupt eine solche veranstaltung gutheiße, so sehr missfällt mir deren fehlender mut, dass weiterhin als unwort geltende schwul/lesbisch als jene fehlende vielfalt unmissverständlich herauszustellen.

    Unsichtbarkeit ist das gegenteil von "VIELFALT"!
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#3 WadenbeinAnonym
  • 24.09.2020, 00:50h
  • Antwort auf #2 von stromboli
  • Das auf dem Foto gezeigte Plakat ist nur eines von vieren:

    Motiv Lesben
    Motiv Schwule
    Motiv geschlechtliche Identität
    Motiv "alle"
    (siehe Verlinkung: wirsindfuerdichda.org)

    Die Schwulen und Lesbischen Plakate hängen in München bereits seit längerer Zeit im öffentlichen Raum.
    Ich denke, hier wurden einfach die Themen Orientierung und Identität auf verschiedenen Plakaten dargestellt.
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