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"Wir sind keine Ideologie"

Bild: All Out / Bea Uhart

Mit einer Großprojektion auf den Hauptsitz der Europäischen Kommission in Brüssel forderten Aktivist*innen die EU zu einem entschiedenen Vorgehen gegen "LGBT-freie Zonen" in Polen auf.

Anlass der Aktion am Dienstagabend war die Übergabe von über 330.000 Unterschriften aus einer globalen Petition von All Out und der polnischen Kampagne gegen Homophobie (KPH) an die EU-Kommissarin für Gleichstellung Helena Dalli.


(Bild: All Out / Bea Uhart)

"LGBT*-Personen in Polen werden angegriffen: In den letzten Wochen haben sich mehrere polnische Bezirke zu 'LGBT*-freien Zonen' erklärt, eine Zeitung verteilte Sticker mit dem gleichen Slogan, Teilnehmer eines Pride-Marsches in Białystok wurden von Hooligans und Rechtsextremen angegriffen", heißt es (seit dem letzten Jahr) in der an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gerichteten Unterschriftensammlung. "Wir wenden uns an Sie, um diese Gewalttaten und Diskriminierung zu verurteilen und die polnischen Behörden aufzufordern, LGBT*-Personen zu schützen und Gesetze gegen Hassverbrechen aufgrund von sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität zu erlassen."

In der Projektion an das Berlaymont-Gebäude war u.a. auf Englisch und Polnisch zu lesen "Wir sind keine Ideologie. Wir sind polnische Bürger" und "LGBT-freie Zonen in Polen sofort beenden!".

Bei der EU-Kommissionspräsidentin dürften die Aktivist*innen offene Türen einrennen: In der vergangenen Woche hatte Ursula von der Leyen in ihrer "State of the European Union"-Rede LGBTI-Feindlichkeit in Polen scharf kritisiert und eine europäische Strategie angekündigt, um die Rechte queerer Menschen zu stärken (queer.de berichtete). (mize)



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#1 Ralph
  • 24.09.2020, 09:33h
  • Ich fürchte nur, wer in einem bestimmten Staat das Bürgerrecht besitzt, bestimmt dieser Staat selbst. Es ist zu vermuten, dass Polen auch insoweit bald des Weg des Nationalsozialismus gehen wird. Im Dritten Reich wurde unterschieden zwischen Reichsbürgern und Staatsangehörigen. Und strafrechtliche Verfolgung wegen Beleidigung des polnischen Staatswappens durch Ersetzung des roten Feldes mit den Regenbogenfarben wird es wohl auch (wieder) geben. Im Übrigen: Ist es wirklich so erstrebenswert, Bürger eines faschistischen Staates zu sein?
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#2 KaiJAnonym
#3 Ralph
#4 KaiJAnonym
#5 Ralph
#6 KaiJAnonym
#7 Ralph
  • 25.09.2020, 09:03h
  • Antwort auf #6 von KaiJ
  • Ich erhasche einen Zipfel dessen, was Du wohl meinst. Trotzdem habe ich mit der Aktion selbst meine Probleme. LSBTI sollten aus meiner Sicht nicht verlangen, Bürger eines faschistischen Staates zu sein. Ich stelle mir gerade vor, wie in den 30ern Juden ihre Anerkennung als gleichberechtigte "Volksgenossen" des Nazi-Reiches verlangt hätten. Meiner Meinung nach ist vielmehr Distanz zu diesem Staat angesagt, sowohl durch LSBTI wie auch überhaupt durch Anhänger der freiheitlichen Demokratie. Alle Bürger dieses Landes stehen mit in der Haftung für dessen menschenfeindliche Politik. Da kann es nicht das Gebot der Stunde sein, dazugehören zu wollen, sondern es braucht klare Abgrenzung.
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#8 Kritiker_inEhemaliges Profil
  • 25.09.2020, 14:41h
  • Antwort auf #7 von Ralph
  • "LSBTI sollten aus meiner Sicht nicht verlangen, Bürger eines faschistischen Staates zu sein."

    Sie verlangen nicht, Bürger_innen eines faschistischen Staates zu sein - sie sagen richtigerweise, dass sie Bürger_innen Polens SIND (und implizit, dass sie entsprechend ein Recht auf gleichwertige Behandlung haben).

    Deine Sichtweise kann ich nicht nachvollziehen. Beruht sie auf einem Übersetzungsfehler? Da steht ganz klar "Wir sind keine Ideologie - wir SIND Bürger_innen Polens."
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#9 Ralph
#10 KaiJAnonym