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Kein Regenbogen über der "Führerkanzel"
- 02. November 2020,
In Nürnberg bemalten Unbekannte die Steintribüne auf dem Zeppelinfeld des Reichsparteitagsgeländes mit einem "Regenbogen-Präludium" - das Hochbauamt ließ das Kunstwerk entfernen.
Mit dem Symbol der LGBTI-Bewegung im Hintergrund habe man u.a. verhindern wollen, dass Neonazis Selfies auf der "Führerkanzel" machen, begründete das anonyme Künstler*innen-Kollektiv die in der Nacht zu letztem Mittwoch ausgeführte Aktion. Verwendet habe man unschädliche Wasserfarben.
"Das Regenbogen-Präludium" verstehe sich zudem als Beitrag zur Debatte, wie mit dem Reichsparteitagsgelände weiter zu verfahren sei, heißt es in einer Pressemitteilung. "Wir sind die letzte Generation, die mit Zeitzeugen des Holocaust sprechen kann. Wir sind Kinder, Enkel und Urenkel dieser Zeugen eines schwer vorstellbaren Verbrechens gegen die Menschlichkeit", so die Künstler*innen. "Wenn wir vergessen, wiederholt sich die Geschichte."
Die "künstlerische Intervention" habe sie "persönlich sehr angesprochen und berührt", erklärte Nürnbergs Kulturdezernentin Julia Lehner (CSU) in einem Facebook-Post und machte den Künstler*innen ein Gesprächsangebot. Parallel rückte jedoch das Hochbauamt aus und ließ die Farbe am Donnerstag entfernen. Farbpigmente könnten in den Naturstein eindringen und so die Tribüne zerstören, hieß es zur Begründung. Das Liegenschaftsamt erstattete sogar Strafanzeige gegen Unbekannt.
Von den Grünen wurde die Entfernung und die Anzeige scharf kritisiert. Die Landtagsabgeordnete Verena Osygan sprach von einer "verpassten Chance". Der Denkmalschutz diene nur als "Feigenblatt, um sich der Auseinandersetzung mit dem Kunstwerk nicht stellen zu müssen". Das Kunstwerk hätte der selbsternannten Stadt des Friedens und der Menschenrechte nur allzu gutgetan, kritisierten auch Uwe Scherzer und Uschi Unsinn von der Grünen-Fraktion im Stadtrat. "Die queere Community in Nürnberg begrüßt natürlich das Anbringen des Regenbogens gerade an diesem Bauwerk, denn die homosexuellen Männer mussten schließlich auch nach 1945 noch unter dem durch die Nazis verschärften Paragraph 175 bis 1969 Strafverfolgung und Ausgrenzung erleiden." (cw)














Ja nee, is klar... Wir kennen doch alle die tausende durch Graffiti eingestürzten Gebäude... Als wenn es gestern gewesen wäre.
Richtig wäre eher, dass es Pigmente gibt, die sich nicht einfach rückstandslos auswaschen lassen, egal ob "Wasserfarbe" oder was anderes...
Nun gut, eine Strafanzeige dürfte in so einem Fall obligatorisch sein. Ich hätte auch etwas dagegen, wenn jemand ungefragt mein Eigentum anmalt. Auch wenn ich hier die Aktion prinzipiell sympathisch finde.