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Schriftzug "nicht mehr zu sehen" erinnert an einziges Berliner KZ

Bild: Martin Bennis und Weidner Händle Atelier / Stiftung Topographie des Terrors

Ein knapp 42 Meter langer Schriftzug vor dem von den Nazis errichteten Gebäude des Flughafens Tempelhof soll an das einzige Konzentrationslager in Berlin erinnern - auch Hunderte schwuler Männer wurden hier ab Ende 1934 interniert.

Mit den Worten "nicht mehr zu sehen" sollen Passanten und Vorbeifahrende zu den bereits dort installierten Informationsstelen gelockt werden. Der Entwurf des Berliner Architekten Marin Bennis wurde am Freitag in Berlin als Sieger eines Wettbewerbs präsentiert.

Bis Mitte kommenden Jahres soll das knapp 100.000 Euro teure Projekt realisiert werden. In unmittelbarer Nähe des markante Radarturmes soll der Schriftzug auf einer ansteigenden Böschung installiert werden. Die aus einem Stahlrahmen bestehenden Buchstaben werden mit Schuttmaterial aus Backstein gefüllt werden, was an das frühere Backsteingebäude erinnern soll.

Das ehemalige Columbia-Haus war von 1933 an zunächst ein Gefängnis der Geheimen Staatspolizei Gestapo. Von 1934 bis 1936 diente es als "Konzentrationslager Columbia" der SS und war damit das einzige KZ in Berlin. Die 156 Einzelzellen waren mit durchschnittlich 400 bis 450 Insassen überbelegt. Insgesamt waren nach den Angaben etwa 8.000 Männer im KZ Columbia inhaftiert, überwiegend politische Gegner der Nazis, aber auch Juden, Geistliche, Künstler, Homosexuelle und als sogenannte Berufsverbrecher titulierte Menschen. Nach Schließung des KZ Columbia wurden die Gefangenen ins KZ Sachsenhausen in Oranienburg transportiert.

Andrea Riedle, Direktorin der Stiftung Topographie des Terrors, sprach von einem besonderen Ort innerhalb der Berliner Haftanstalten. Die Wichtigkeit des Ortes werde bisher nicht deutlich. Die zunächst temporär gedachte Gestaltung ist für zwei bis zehn Jahre konzipiert. Jutta Hein-Wenzler, Geschäftsführerin des Tempelhof Projekt GmbH, begründete dies mit den möglicherweise sehr umfangreichen Sanierungsarbeiten, die am rund 80 Jahre alten Flughafengebäude in den kommenden Jahren anstehen. (cw/dpa)



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#1 mesonightAnonym
  • 07.11.2020, 06:35h
  • Also, da hätte man sich aber auch was besseres einfallen lassen können, viele werden gar nicht verstehen was es zu bedeuten hat.
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#2 Ralph
#3 marcocharlottenburgAnonym
  • 07.11.2020, 17:36h
  • Die Idee. ist doch nicht schlecht. Das Flughafengebäude steht unter Denkmalschutz, mithin darf davor wohl nichts mehr gebaut werden. Muss doch nicht jede Gedenkstelle gleich eine monumentale Plastik, eine Gebäude oder was auch immer beinhalten. Der Schriftzug ist doch auffällig genug, damit bei geneigtem Publikum das Interesse geweckt wird ich nehme an, es wird erklärende Schrifttafeln geben.
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#4 antosProfil
#5 antosProfil
#6 Ralph
  • 08.11.2020, 10:10h
  • Vielleicht versteh ich den Sinn ja nur deshalb nicht, weil ich kein Berliner bin und alle Berliner wissen, wo das örtliche KZ war. Wenn ich diesen Schriftzug vorm Flughafen Tempelhof lese, denke ich eher daran, dass dort kein Flugbetrieb mehr zu sehen ist.
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#7 stromboliProfil