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Vettels bunte Message für Erdogan
- 14. November 2020,
Beim Großen Preis von Istanbul geht Formel-1-Star Sebastian Vettel an diesem Wochenende mit einem Regenbogen-Helm an den Start. Die Türkei sei der "richtige Ort" für diese Botschaft.
Statt der sonst üblichen Deutschlandfahne auf dem Kopfschutz des Ferrari-Piloten leuchtet auf dem "Vielfaltshelm" unübersehbar die Regenbogenfahne. Diverse Menschen aller Hautfarben zieren den unteren Rand der Haube. Ganz oben ist der Schriftzug "Together as one" angebracht.
Dies sei eine Botschaft, die dem vierfachen Weltmeister "in diesen schwierigen Zeiten sehr am Herzen liegt und die dieses Design inspiriert hat", erklärte Vettels Helmdesigner Jens Munser auf Twitter. Unter dem "Stichwort Diversity" sei die Türkei "der richtige Ort, um die Nachricht zu senden", erklärte der F1-Pilot selbst in einem Interview mit RTL.
"Ich glaube, dass man die Scheuklappen wegnimmt und akzeptiert, dass es Unterschiede gibt, man aber keine Unterschiede macht, jeden so nimmt, wie er ist und nicht schon in eine Kiste steckt aufgrund von unterschiedlichen äußerlichen Merkmalen", begründete Vettel das Tragen des "Vielfaltshelms". Auf die Nachfrage des Reporters, warum die Türkei der "richtige Ort" für diese Message sei, entgegnete er nur: "Ich glaube, das erklärt sich von allein."
Das türkische Regime unter Staatspräsident Recep Erdogan steht wegen massiver Verletzungen demokratischer und rechtsstaatlicher Standards in der Kritik. In den letzten Jahren wurde etwa auch das Vorgehen gegenüber LGBTI verstärkt: So wurden queere Kulturveranstaltungen verboten und Demonstrationen wie der CSD untersagt, Teilnehmende teilweise mit Gewalt festgenommen. Damit versucht die Regierung offenbar, angesichts erheblicher wirtschaftlicher Schwierigkeiten die Unterstützung von konservativen Teilen der Bevölkerung nicht zu verlieren. Erst im Juli hatte Erdogan persönlich in einer Rede der queeren Community vorgeworfen, junge Menschen zu "vergiften" (queer.de berichtete).



















