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Hochzeit zu dritt

Während Thailands Lesben und Schwule noch immer auf die eingetragene Partnerschaft für zwei Menschen warten, schlossen in der Provinz Chanthaburi drei Männer in einer traditionellen Zeremonie den Bund fürs Leben - mit dem Segen von Mönchen und der Familien.

Die religiöse Trauung von Thanawat Pumthong (30), Sanchai Subchan (22) und Tinnapob Butwat (24) fand am 8. Dezember im kleinen Örtchen Khlong Narai statt, 260 Kilometer südostlich von der Hauptstadt Bangkok entfernt. Alle großen thailändischen Medien berichteten über die nicht alltägliche Hochzeit, die jedoch keine rechtlichen Auswirkungen hat.



Die traditionelle Feier begann am frühen Morgen mit Verköstigungsdarbietungen ab Mönche, folgte den in Thailand üblichen Riten und endete mit einer großen Party mit Freund*innen und Familienmitgliedern.



Thanawat, der als Ernährungsberater in einem privaten Krankenhaus arbeitet, ist bereits seit sieben Jahren mit dem Tänzer Sanchai zusammen. Tinnapob, ein Kollege Sanchais, wurde erst später in die Beziehung aufgenommen. Die drei Männer arbeiten in einer Tanztruppe zusammen.



Sanchais Mutter, Thanayarat Phontem, erklärte gegenüber einer Zeitung, sie freue sich für das Trio und sei stolz darauf, dass es eine traditionelle Hochzeitszeremonie habe. Sie wünsche allen drei Ehemännern viel Glück.

Die Politik ist noch nicht so weit: Nach zwei Gesetzesinitiativen in den letzten zehn Jahren zur Einführung von Lebenspartnerschaften, die durch Putsch oder Wahlen scheiterten, hat die neue Regierung im Sommer einen neuen Entwurf vorgelegt, der gleichgeschlechtlichen Paaren fast die gleichen Rechte wie Eheleute geben soll, gemeinschaftliches Adoptionsrecht eingeschlossen (queer.de berichtete). In der Region erkennt bislang nur Taiwan gleichgeschlechtliche Paare rechtlich an - hier trat im letzten Jahr die gerichtlich angeordnete Ehe-Öffnung in Kraft (queer.de berichtete). (mize)


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#1 gayflecktarnhose
  • 13.12.2020, 17:55hBremen
  • Es ist doch einfach nur schön wenn man in der heutigen Zeit so etwas schönes sieht.
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#2 queergay
  • 13.12.2020, 18:27h
  • Von solchen Beziehungsmodellen & Möglichkeiten träume ich schon lange. Sie sind unserer Zeit weit voraus - jenseits kleinbürgerlicher Spießigkeit.
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#3 ArmesDeutschlandAnonym
  • 13.12.2020, 20:11h
  • In den Köpfen der meisten Deutschen ist tief verwurzelt, dass man nur EINEN Menschen gleichzeitig lieben darf - mit nur diesem einen Menschen Sex haben darf, und zwar möglichst lebenslänglich, und dass Partner_innen quasi einander "gehören". (Seltsamerweise ist serielles Lieben dennoch erlaubt - aber gleichzeitiges ist sofort "Betrügen" und beschwört unfassbare Eifersuchtsdramen herauf.)

    "Hochzeit zu dritt" - vielleicht ja eines der großen gesellschaftlichen Themen im Deutschland des 22. Jahrhunderts? (Falls es bis dahin überhaupt noch vergleichbar zivilisierte Gesellschaften gibt, angesichts des eskalierenden Klimawandels und multiplen Auftretens pandemischer Zoonosen...)

    Wobei ich dem selbst dann keine allzu großen Chancen zubillige. Wenn ich daran denke, dass es von der ersten Rede Karl Heinrich Ulrichs' bis zur "Ehe für alle" (natürlich nur in Zweierbeziehungen, wie es sich "gehört") genau 150 Jahre dauerte, ist auch beim Thema Polyamorie und Beziehungen von mehr als zwei Menschen nicht unbedingt zu erwarten, dass man sich da weniger Zeit lässt.

    Schließlich muss in Deutschland immer erst alles ausführlichst diskutiert werden. Und selbst 2017, nach 150 Jahren Diskussion, verlangten viele Politiker_innen noch längere Zeit, um "das Thema erst einmal vernünftig zu diskutieren", und drei Viertel der "christlichen" Politiker_innen stimmten dann auch tatsächlich immer noch GEGEN die "Ehe für alle".

    In Deutschland muss immer alles kleinkariert geregelt sein. Und es muss immer irgendwelche Sonderbestimmungen, Ausschlüsse etc. geben - damit bloß nicht allen die gleiche Gerechtigkeit widerfährt. Man will halt selbst immer ein bisschen privilegierter sein als manch Andere_r - und es muss auch immer noch jemanden geben, auf den man herabsehen kann. Sonst fühlen sich viele Deutsche nicht wohl.

    Armes Deutschland.
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