Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/b?3251

Gemeinsam verurteilt, am selben Ort ermordet

Bild: Sammlung Jürgen Wenke

In Viersen am Niederrhein erinnert erstmals ein Stolperstein an ein schwules NS-Opfer.

Der Färber Heinrich Kamps (Jahrgang 1902) lebte in Viersen, der Hochofenarbeiter August Zgorzelski (Jahrgang 1904) lebte in Duisburg. Im Nationalsozialismus wurden beide als Homosexuelle verfolgt und gemeinsam vom Duisburger Landgericht am 15. August 1941 verurteilt, weil sie sich in einem Duisburger Hotel gemeinsam zum Sex getroffen hatten.

Kamps wurde zu einem Jahr Gefängnis verurteilt: Zgorzelski wurde, weil ihm auch noch andere sexuelle Kontakte nachgewiesen wurden, zu zwei Jahren und sechs Monaten Gesamtgefängnisstrafe verurteilt. Beide verbüßten die vollen Haftstrafen, beide kamen danach aber nicht mehr in Freiheit Denn sie galten aufgrund einschlägiger früherer Vorstrafen nach §175 für die Nazis als sogenannte "Berufsverbrecher".


Unterschrift von Kamps aus der Gefängnisakte im Landesarchiv Niedersachsen, ein Foto von ihm existiert nicht mehr (Bild: Sammlung Jürgen Wenke)

Heinrich Kamps wurde am 2. April 1943 in das KZ Buchenwald deportiert und dort bereits am 27. April ermordet. Angebliche Toderursache: linksseitige Lungenentzündung. Auch Zgorzelski wurde in das KZ Buchenwald deportiert und zwar am 1. Oktober 1943. Er starb dort am 8. Januar 1944, angeblich an Magen- und Darmkatarrh. Die Ärzte in Buchenwald waren erfinderisch im Verschleiern der wahren Todesursachen: Auszehrung, Unterernährung, ansteckende Krankheiten aufgrund der mangelhaften hygienischen Verhältnisse, Schikanen, Folter, Zwangsarbeit, Inszenierung von Fluchtversuchen.

Der Stolperstein für Heinrich Kamps wurde am 10. Dezember 2020 vor seinem ehemaligen Wohnhaus verlegt. Aufgrund der Corona-Beschränkungen fand die Verlegung ohne Publikum statt. Für August Zgorzelski wurde ein Stolperstein bereits im September 2018 in Duisburg verlegt (queer.de berichtete).

Die Initiative zu den Stolpersteinen und die Forschungen zu den Lebenswegen der beiden schwulen Männer stammen von Jürgen Wenke. Vollständige Berichte der Lebens- und Verfolgungswege finden sich auf stolpersteine-homosexuelle.de. (cw/pm)



-w-

-w-
-w-
Newsletter
  • Unsere Newsletter halten Dich täglich oder wöchentlich über die Nachrichten aus der schwul-lesbischen Welt auf dem Laufenden.
Tagesbilder durchsuchen
Bild vorschlagen