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Riesige Beton-Vulva erregt Brasilien

Bild: Juliana Notari

Das 33 Meter lange, 16 Meter breite und 6 Meter tiefe Kunstwerk "Diva" der Künstlerin Juliana Notari, errichtet mitten auf einem grünen Hügel, hat in Brasilien einen kleinen Kulturkampf ausgelöst.

Vor allem Fans des rechtsextremen Präsidenten Jair Bolsonaro empören sich in sozialen Netzwerken über die feuerrote Riesen-Vulva und die Botschaft hinter der Skulptur. Mit dem in einem Kunstpark im Bundesstaat Pernambuco errichteten Werk wolle sie die Beziehung zwischen Natur und Kultur in einer "phallozentrischen und anthropozentrischen Gesellschaft" infrage stellen, erklärte Notari zur Einweihung am 31. Dezember auf Facebook. Diese Themen würden immer dringlicher, so die Künstlerin, die damit auf das zunehmend intolerante Klima in Brasilien anspielt.

Fast ein Jahr lang dauerte die Installation. Zunächst wurde die Skulptur in die Erde hinein modelliert, dann mit Stahlbeton und Harz überzogen. Insgesamt hätten 20 Männer geholfen, das Kunstwerk zu vollenden, schrieb Notari auf Facebook. Ihr Post mit insgesamt neun Fotos wurde bislang über 26.000 Mal kommentiert - darunter Tausende hasserfüllte, beleidigende, sexistische und kunstfeindliche Reaktionen

Em meio a tantas rochas no meio do caminho desse ano distópico, finalmente termino o ano com a obra Diva pronta!! Foi um...

Posted by Juliana Notari on Wednesday, December 30, 2020
Facebook / Juliana
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Unter Bolsonaro hat sich in Brasilien nicht nur das Klima für LGBTI deutlich verschlechtert, sondern auch für Künstler*innen. Der Präsident bezieht immer wieder Stellung gegen Kunst, die er pauschal als linksextrem ansieht. 2019 versuchte er ohne Erfolg, die Förderung von Filmen mit LGBTI-Themen einzufrieren (queer.de berichtete). (cw)



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#1 queergayProfil
  • 05.01.2021, 20:54hNürnberg
  • Eine solche Stahlbeton-Harz-Skulptur wäre wohl besser aufgehoben inmitten einer innerstädtischen Betonwüste. Die Künstlerin bezeichnete selber die Skulptur als eine Vulva und eine Wunde. Mußte damit unbedingt die freie Natur belastet oder verwundet oder gar verschandelt werden?
    Das Kunstwerk als solches finde ich gelungen.
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#2 guess whoAnonym
  • 05.01.2021, 22:17h
  • Antwort auf #1 von queergay
  • "Eine solche Stahlbeton-Harz-Skulptur wäre wohl besser aufgehoben inmitten einer innerstädtischen Betonwüste."

    "Mit dem in einem Kunstpark im Bundesstaat Pernambuco errichteten Werk wolle sie die Beziehung zwischen Natur und Kultur in einer "phallozentrischen und anthropozentrischen Gesellschaft" infrage stellen, erklärte Notari zur Einweihung am 31. Dezember auf Facebook."

    Verbunden mit dieser Aussage ergibt die Installation innerhalb einer Stadt keinen Sinn, denn die Skulptur verweist auf die Entfremdung von und der Verwundung der Natur als Folge einer phallozentrischen und anthropozentrischen Kultur. Nicht umsonst wurde die Vulva/Verwundung in diese Umgebung eingebettet.

    "Mußte damit unbedingt die freie Natur belastet oder verwundet oder gar verschandelt werden?"

    Wie man unschwer bereits an der Aufnahme erkennen kann, handelt es sich hier nicht um "freie Natur", sondern definitiv von Menschenhand gestaltete Landschaft. Wie oben im Text bereits erwähnt, ist es ein Kunstpark. Er wurde bewusst für Kunst-Installationen mit Bezugnahme auf "Natur" angelegt.

    "Freie Natur" findest Du in den Rockies oder den Black Hills. Felder und Wiesen sind keine "freie Natur". :-)
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#3 queergayProfil
  • 05.01.2021, 23:59hNürnberg
  • Antwort auf #2 von guess who
  • Mir sind diese Zusammenhänge und die Intentionen der Künstlerin bekannt. Trotzem würde mir die natürliche Landschaft ohne eine riesige Stahl-Beton-Skulptur - 33 m x 16 m x 6 m - besser gefallen. Einen naturbelassenen, unberührten grünen Hügel finde ich schöner als einen, in den man 6 m tief ein Stahlbeton-Montrum gewaltsam hineingetrieben hat.
    Die Skulptur als solche finde ich gut und ich mag sie auch. Nur nicht an diesem Ort, quasi der Natur gewaltsam aufgezwungen. Eine Skulptur muß sich auch in einem Open-Air-Museum integrieren - ohne die Landschaft mit Stahlbeton zu "vergewaltigen".
    Die Künstlerin hätte für dieses Kunstwerk auch einen anderen Aufstellort finden können. Warum auch nicht in passender Form in einer Innenstadt? Die Betrachter könnten die Kunst-Botschaft auch dort erkennen - ohne reale Natur-Vergewaltigung.
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#4 guess whoAnonym
  • 06.01.2021, 01:58h
  • Antwort auf #3 von queergay
  • "...ohne reale Natur-Vergewaltigung."

    Aber genau das ist die Aussage, die auch ausgedrückt werden soll. - Und sie wird bei Dir ja auch ausgelöst. Besser geht es nicht. :-)

    Ich stimme Dir in Allem anderen, was Du sagst, zu. Aber diese tatsächliche Wirkung, die sie auch ausdrücken soll, würde die Darstellung niemals erreichen und verfehlen, wenn sie einfach in einen gepflasterten, öffentlichen Platz in irgendeiner Stadt eingelassen wäre.

    Es geht nur so - wie die (völlig richtige) Reaktion bei Dir ja auch zeigt. Die Künstlerin hat ihr Ziel erreicht. Du nimmst wahr, was Du wahrnehmen sollst: verwundete und vergewaltigte Natur.
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#5 guess whoAnonym
#6 WahrheitIstRelativAnonym
  • 07.01.2021, 00:02h
  • Von weitem gut zu erkennen, vor allem der dunkle Eingang, der ja bei der Skulptur garnicht vorhanden ist, aber trotzdem so aussieht und auch die Aussage gefällt mir. Aus der Nähe hätte ich das Objekt aber auf den ersten Blick nicht identifizieren können, wegen dem Zuviel an Wölbungen und der unwirklichen Außenkonturen ( so ungerade ist es dann doch nicht, auch wenn es da Unterschiede geben mag). Das da zehn Männer bei den Betonarbeiten geholfen haben, ist zwar nobel aber es nervt doch gleichzeitig, dass zum Beton mischen die Männer heran gezogen werden müssen! Ist zB auch in der Pferde Haltung so. Die Besitzer der Tiere sind oft weiblich, wenn es aber ums Paddock betonieren oder Pfähle einschlagen geht, sieht man immer deren Ehemänner oder Frau mietet einen Stall um um solche Arbeiten herum zu kommen.
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