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Riesige Beton-Vulva erregt Brasilien
Bild: Juliana Notari- 05. Januar 2021,
Das 33 Meter lange, 16 Meter breite und 6 Meter tiefe Kunstwerk "Diva" der Künstlerin Juliana Notari, errichtet mitten auf einem grünen Hügel, hat in Brasilien einen kleinen Kulturkampf ausgelöst.
Vor allem Fans des rechtsextremen Präsidenten Jair Bolsonaro empören sich in sozialen Netzwerken über die feuerrote Riesen-Vulva und die Botschaft hinter der Skulptur. Mit dem in einem Kunstpark im Bundesstaat Pernambuco errichteten Werk wolle sie die Beziehung zwischen Natur und Kultur in einer "phallozentrischen und anthropozentrischen Gesellschaft" infrage stellen, erklärte Notari zur Einweihung am 31. Dezember auf Facebook. Diese Themen würden immer dringlicher, so die Künstlerin, die damit auf das zunehmend intolerante Klima in Brasilien anspielt.
Fast ein Jahr lang dauerte die Installation. Zunächst wurde die Skulptur in die Erde hinein modelliert, dann mit Stahlbeton und Harz überzogen. Insgesamt hätten 20 Männer geholfen, das Kunstwerk zu vollenden, schrieb Notari auf Facebook. Ihr Post mit insgesamt neun Fotos wurde bislang über 26.000 Mal kommentiert – darunter Tausende hasserfüllte, beleidigende, sexistische und kunstfeindliche Reaktionen, oft von Anhängern Bolsonaros.
Em meio a tantas rochas no meio do caminho desse ano distópico, finalmente termino o ano com a obra Diva pronta!! Foi um...
Posted by Juliana Notari on Wednesday, December 30, 2020
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Unter Bolsonaro hat sich in Brasilien nicht nur das Klima für LGBTI deutlich verschlechtert, sondern auch für Künstler*innen. Der Präsident bezieht immer wieder Stellung gegen Kunst, die er pauschal als linksextrem ansieht. Auch gegen feministische Künstler wetterte er immer wieder. Er warf ihnen vor, Gelder für "kommunistischen Müll" zu verschwenden. 2019 versuchte er ohne Erfolg, die Förderung von Filmen mit LGBTI-Themen einzufrieren (queer.de berichtete). Zuvor hatte er in einem Livevideo die mögliche Förderung von vier Projekten mit LGBTI-Bezug angegriffen und als "Wegwerfen von Geldern" bezeichne. So verstehe er nicht, warum man in einer Produktion "das Leben von einem schwarzen Homosexuellen (...) in Brasilia zeigen" müsse (cw)

















Das Kunstwerk als solches finde ich gelungen.