Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/b?3296

Queeres Gedenken als Zoom-Konferenz

Das traditionelle Gedenken an die queeren Opfer des Nationalsozialismus in Köln fand am Mittwoch erstmals digital statt.

In Vor-Corona-Zeiten wurde die Veranstaltung zum internationalen Holocaust-Gedenktag durch gemeinsame Blumenniederlegung am Mahnmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen am Kölner Rheinufer begangen. Angesichts der geltenden Schutzverordnungen luden das Queere Netzwerk NRW, die LAG Lesben in NRW, der LSVD NRW, das Netzwerk Geschlechtliche Vielfalt Trans* NRW und die ARCUS Stiftung in diesem Pandemiejahr zum digitalen Gedenken via Zoom-Videokonferenz, während die Blumenniederlegung im kleinen Kreis begangen wurde.

"Die verdrängten, unsichtbaren Geschichten von damals haben eine Auswirkung auf heute", betonte Gedenkrednerin Marina Friemelt, Mitarbeiterin in der Antidiskriminierungs- und Beratungsstelle SABRA der jüdischen Gemeinde Düsseldorf. Als Historikerin hat sie zu lesbischem Leben in der Zeit des Nationalsozialismus geforscht und weiß um die Lücken des Gedenkens: "Wie viele queere Menschen unter den einzelnen Opfergruppen waren, derer wir heute gedenken, können wir kaum erahnen. Wenn wir an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern, fällt die Erinnerung an die queeren Verfolgten gering aus. Noch immer wurde ihnen kein Gedenktag im Bundestag gewidmet." Viele Schicksale seien so jahrzehntelang unsichtbar gemacht und ignoriert worden.


Wie Friemelt betonte auch Frank Bauer, Vorstandsmitglied des LSVD NRW, wie wichtig es sei, die das Gedenken an die Geschichte mit dem Handeln im Jetzt zu verbinden. In seinen Begrüßungsworten erinnerte er daran, dass gesellschaftliche Fortschritte häufig der Hartnäckigkeit der Diskriminierten zu verdanken seien. Viele dicke Bretter hätte die LGBTI-Community in Deutschland seit der Entkriminalisierung von männlicher Homosexualität im Jahr 1969 gebohrt. Aber: "Es sind noch so manche zu bohren und - um im Bild zu bleiben - die gebohrten müssen erhalten werden."

Gerahmt wurde das Gedenken auch im digitalen Raum durch den schwulen Chor Die Zauberflöten, der auch die Patenschaft über das Kölner Mahnmal innehat. Stellvertretend für die 85 digitalen Teilnehmenden legten Markus Petermann für den Chor, Laura Becker für das Queere Netzwerk und Birgit Diehl für die LAG Lesben in NRW Blumengrüße nieder. Teilnehmende hatten außerdem die Möglichkeit, kurze Gedenknachrichten zu hinterlassen, die von den Vertreter*innen der Verbände am Mahnmal platziert wurden. (cw/pm)



-w-

-w-
-w-
Newsletter
  • Unsere Newsletter halten Dich täglich oder wöchentlich über die Nachrichten aus der schwul-lesbischen Welt auf dem Laufenden.
Tagesbilder durchsuchen
Bild vorschlagen
#1 Teilnehmer*inAnonym
  • 28.01.2021, 18:08h
  • Als teilnehmende Person bin ich sehr bewegt und dankbar, dass dieses Gedenken stattfinden konnte. Der Redebeitrag war wunderbar, die musikalische Umrahmung der Zauberflöten hat mich zu Tränen gerührt. Allen Organisator*innen und Teilnehmenden sage ich: DANKE!
  • Antworten » | Direktlink »