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Der queere König von Frankreich

Bild: Philip Mould & Company

In Großbritannien wurde durch Zufall eine seltene Miniatur aus dem 16. Jahrhundert entdeckt: Zu sehen ist König Heinrich III. als Crossdresser.

Der Londoner Kunsthändler Philip Mould erstand das nur 5,7 Zentimeter große Porträt im vergangenen Jahr für wenig Geld bei einer Auktion und ließ die angebliche Darstellung des Seefahrers Sir Walter Raleigh erst anschließend genauer untersuchen. Dabei stellte sich heraus, dass das Kunstwerk wohl eher Heinrich III. (1551-1589) zeigt, der von 1574 bis zu seiner Ermordung König von Frankreich war. Auf der Rückseite entdeckte Mould die Datierung 1578 und die Signatur des berühmten Hofmalers Jean Decourt, der auch Porträts von Königin Elisabeth I. oder Maria Stuart anfertigte.

Heinrich III. gilt als der queerste König von Frankreich. Schon als Kind war er "ungewöhnlich interessiert an Kleidung, Schmuck, Schoßhunden und Puppen", heißt es über ihn auf Wikipedia. "Man nannte ihn daher auch den 'Prinzen von Sodom'." Als Erwachsener soll er gern Frauenkleider getragen, sich vor allem für Kunst, Mode und Literatur interessiert und sich mit attraktiven männlichen Begleitern umgeben haben. Überliefert ist eine Beziehung mit dem gascognischen Heerführer Robert Du Guast. Als König war Heinrich III. eher erfolglos und unbeliebt. Er hinterließ keine Kinder und war der letzte Herrscher aus dem Haus Valois.

Die Miniatur, die den queeren Monarchen mit Schmuck und einer Frauenhaube zeigt, hofft Mould nun an das Pariser Louvre verkaufen können. Er geht davon aus, dass das Porträt in dem Gebäude, das damals königliche Residenz war, gemalt wurde. "Diese Arbeit ist ein französischer Nationalschatz, ein äußerst bedeutendes unbekanntes Bild eines missverstandenen Königs und eine Bestätigung von Jean Decourts immensem Talent", so der Galerist. "Es wäre wunderbar, wenn es nach Paris 'nach Hause' kommen könnte, da ich glaube, dass es dort wirklich hingehört." (cw)



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#1 Ralph
  • 02.02.2021, 09:36h
  • Ich kenne zahlreiche Porträts aus der 2. Hälfte des 16. Jh.s und vermag an diesem hier nichts "crossdresser"-haftes zu entdecken. Der König trägt einen Kragen, wie er damals weit verbreitet war und heute noch in manchen lutherischen Kirchen in ähnlicher Gestalt zur Pfarrerstracht gehört, übliche Oberbekleidung mit für einen Monarchen ebenfalls üblichen Schmuckketten und einen zeitgemäßen Hut. Wenn ich nicht sowieso wüsste, dass Heinrich III. homosexuell war, käme ich bei Betrachtung dieses Bildes nicht drauf.
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#2 Alexander_FAnonym
  • 05.02.2021, 19:22h
  • Dieses Bild zeigt Heinrich III. in nichts weiter als dem, was damals alle Männer trugen. Damals, als Männer noch Männer waren ;-).
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