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Düsseldorf bekommt Erinnerungsort für die LGBTI-Community

Bild: Claus Richter

Jetzt ist es offiziell: Claus Richters lebensgroße queere Figurengruppe "Ein seltsam klassisches Denkmal" aus Bronze wird auf der Apollo-Wiese am Düsseldorfer Rheinufer errichtet. Das hat der Rat am Donnerstag beschlossen.

Mit der Plastik bekommt die NRW-Landeshauptstadt einen "Ort für die Erinnerung und Akzeptanz von geschlechtlicher und sexueller Vielfalt", wie es auf einer angebrachten Tafel heißen soll. "Dieser Ort ist den Lesben, Schwulen, Bi- und Trans*, die Opfer von Gewalt, Verfolgung und Diskriminierung in Düsseldorf wurden, gewidmet. Und all denen, die in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt einstehen." Angestrebt wird derzeit eine Aufstellung im Herbst.

Der Entwurf von Claus Richter, der sich in einem von der Kunstkommission ausgelobten Wettbewerb gegen zwölf andere Künstler*innen durchsetzen konnte, reiht sich auf den ersten Blick ganz bewusst in die Vielzahl bestehender Bronzefiguren in Düsseldorf ein. Erst die nähere Betrachtung und Auseinandersetzung zeigt die ironische Brechung.

Der Entwurf sieht eine Figurengruppe vor, die die Hände zum Teil zu Fäusten geballt oder zum Victory-Zeichen verschränkt emporstreckt. Die Gruppe steht vereint auf einem Stufensockel aus Beton. "Die vier Figuren symbolisieren alle Spektren sexueller Ausrichtung", heißt es dazu in einer Mitteilung der Stadt. "Eine feminine, scheinbar biologisch männliche Figur, eine eher maskuline, scheinbar biologisch männliche Figur, eine glatzköpfige scheinbar biologisch weibliche Figur und eine eher feminine scheinbar biologisch weibliche Figur". Die genau definierten Gesichter heben sich bewusst von den grob modellierten Körpern ab.

Der CDU-Ratsherr Alexander Fils hatte den Entwurf im vergangenen Jahr als "zweifelhaft" kritisiert. Die nach oben gestreckten Fäuste erinnerten ihn an die Bildsprache von links- und rechtsextremistischen Gruppierungen aus den Zwanziger- und Dreißigerjahren (queer.de berichtete). Claus Richter selbst erklärte gegenüber queer.de, er habe sich von der bisexuellen Bildhauerin Käthe Kollwitz inspirieren lassen.

Die Wiese nördlich des Apollo zwischen Rhein und KIT wurde von allen Beteiligten als idealer Standort für das Denkmal angesehen. "Ein Hauptgrund für den ausgewählten Ort ist darin zu sehen, dass an dieser Stelle eine lebendige Erinnerungskultur möglich ist mit der Durchführung von Schülerkursen, Treffen etc. in einem ruhigen, angenehmen Surrounding", erklärte Bastian Fleermann von der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf. Der Geschäftsstellenleiter der Kunstkommission Nicolas Grosch lobte, "dass an dieser Stelle alle vier Figuren gleichermaßen und somit gleichberechtigt zur Geltung kommen", was an keinem anderen Platz im ausgelobten Bereich in dieser Art möglich gewesen wäre. Christoph Westermeier, Mitglied der Arbeitsgruppe der Kunstkommission für das Projekt, wies zudem auf die "Anbindung an den CSD-Startpunkt" hin. (cw)



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#1 RebeccaProfil
  • 19.03.2021, 12:17hBerlin
  • Ein ähnliches Bildhauerprojekt wünsche ich mir für Berlin. Wir haben zwar am Nollendorfplatz eine Regenbogensteele und zwischen Nollendorfplatz und Wittenbergplatz auch ein Mahnmal für die Aids-Opfer, aber ein Gesichtsgebendes Denkmal fehlt hier.
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#2 DüsseldorferAnonym
  • 19.03.2021, 15:13h
  • Leider empfinde ich den Entwurf als völlig ungeeignet.
    Die Ästhetik erinnert mich an ein Denkmal in Nord-Korea.
    Kitschig und nicht zeitgemäß.
    Schade...
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#3 andreAnonym
  • 19.03.2021, 20:28h
  • Die gewisse Härte und Strenge der Figuren erinnert eher an "Sozialistischen Realismus", der aus der alten Sowjetunion stammt und von der DDR übernommen und manchmal sogar perfektioniert wurde. Habe die Hälfte meine Jugend dort verbracht. Mir fallen, schlagartig, riesige Monumente in der ehem.SU und in der DDR ein. Treffen in einem "ruhigen, angenehmen Surrounding" kann ich mir da nicht vorstellen. Warum der Künstler und die Verantwortlichen ausgerechnet " Erinnerung und Akzeptanz von geschlechtlicher und sexueller Vielfalt" in das Denkmal hineininterpretieren, kann ich mir auch nicht vorstellen. Das bleibt deren Geheimnis. Schön ist es nicht. Keine guten Erinnerungen an meine DDR Zeit.
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