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#DerWärmsteMoment polarisiert am Wörthersee

Bild: Wörthersee Tourismus

Seit über zehn Jahren wirbt Wörthersee Tourismus mit dem "Pink Lake"-Festival um die LGBTI-Community - und startet nun mit einer umstrittenen Kampagne in ein ganzjähriges Queer-Marketing.

Am letzten Wochenende im August lockte "Pink Lake" in den vergangenen Jahren zahlreiche queere Besucher*innen aus dem In- und Ausland an den Wörthersee. Nachdem das Festival im vergangenen Jahr coronabedingt ausfallen musste, hat sich die Region dazu entschieden, ab sofort zusätzlich auf ein ganzjähriges LGBTI-Marketing zu setzen.

Für die erste Kampagne holte man sich zur professionellen Begleitung die Wiener Agentur Vangardist Media sowie die deutsche Agentur SÍSÍ mit ins Boot. Beide Agenturen haben einen queeren Schwerpunkt und sind geführt von Vertretern der LGBTI-Community. Sie entwickelten ein Gewinnspiel rund um den Hashtag #DerWärmsteMoment, mit dem ein Kurzurlaub - mit Partner*in, oder im Freundeskreis - am See gewonnen werden kann. Die glücklichen Gewinnenden werden zu einem professionellen Fotoshooting eingeladen und damit zu "Pink Lake"-Botschafter*innen der Region.

Warme Momente am Wörthersee: Gewinnt einen romantischen Luxustrip als #GayCouple! ? Zeigt uns dafür euren wärmsten...

Posted by Pink Lake Wörthersee on Saturday, May 1, 2021
Facebook / Pink Lake Wörthersee
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Weitere Motive der Kampagne zeigen wir in der unten verlinkten Galerie.

Die Doppeldeutigkeit des Begriffes "warm" als Attribut des Sees und Bezeichnung für homosexuelle Menschen wurde von den beteiligten Agenturen ganz gewusst gewählt - dennoch ging auf Wörthersee Tourismus nach der ersten Veröffentlichung ein kleiner Shitstorm los. Der Slogan wurde u.a. als diskriminierend, unpassend und peinlich kritisiert. Auch mehrere österreichische Medien wie 5min.at griffen die umstrittene Kampagne bereits auf.

Bei Wörthersee Tourismus nimmt man die Kritik gelassen. "Negative Kommentare kommen vorwiegend von Usern, die nicht der Gay Community angehören", erklärte Geschäftsführer Roland Sint am Mittwoch. "Wir bekommen aber sehr viele positive Rückmeldungen von unseren queeren Followern, die wir mit der Kampagne ja schließlich für den Wörthersee begeistern wollen."

Claudius Desanti und Sven Tomschin, Inhaber der Agentur SÍSÍ, möchten "mit einem Augenzwinkern und großem Respekt für die Community" eine ehemals abwertende Bedeutung des Wortes "warm" neu besetzen: "Vorbild ist für uns hier auch die Gay Community, die z.B. das Wort 'schwul' von einer ursprünglich negativen zu einer stolzen positiven Selbstbezeichnung umgewandelt hat". (cw)

Galerie:
Warme Momente am Wörthersee (3 Bilder)


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#1 thorium222Profil
  • 05.05.2021, 11:53hMr
  • Ja, es ist schon ein Wahnsinn, wie man überhaupt das Wort "warm" mit etwas Negativem assoziieren kann. Ich freue mich, wenn mich andere für einen warmen Menschen halten und mit warmer Bruder hab ich auch gar keine Probleme.
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#2 Ralph
  • 05.05.2021, 17:57h
  • Antwort auf #1 von thorium222
  • Kommt drauf an, wie man's erlebt. Wenn jahrelang Kollegen/Kolleginnen mein Büro betreten und freundlich lächelnd sagen, wie warm es darin sei, dabei wohl kaum im Sommer die durch vier Fenster hereinscheinende Sonne und im Winter die aufgedrehte Heizung meinend, dann habe ich für die Verwendung dieses Wortes im Zusammenhang mit meiner sexuellen Orientierung nur wenig Toleranz übrig. Die Macher hätten besser einen anderen Slogan gewählt. Spontan fällt mir "que(e)r über den See" ein.
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#3 StaffelbergblickAnonym
  • 06.05.2021, 00:28h
  • Hurra ... angekommen in den 70er ... Da hilft nur noch eine gekreischtes "Habt Erbarmen mit uns Warmen" ....
    na was so professionelle Marketingtexter eben gerade geschnupft haben
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#4 Ralph
  • 06.05.2021, 09:45h
  • Antwort auf #3 von Staffelbergblick
  • Ja... an den scheingnädigen Spruch erinnere ich mich. Mir ist gerade eingefallen, dass es in den 90ern eine belgische Fernsehserie gab um ein schwules Paar, das in Flandern ein Speiselokal betrieb. Im Original hieß die Serie wie das Lokal: "Der flämische Topf". In Deutschland ließen sich die Fernsehgewaltigen um des Kalauers willen den Titel "Durchgehend warme Küche" einfallen. Nein wie lustig!
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