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Schwuler Meister der inszenierten Fotografie

Berlin, Stadtbad Neukölln, 2012 © Erwin Olaf, Courtesy Galerie Ron Mandos Amsterdam
  • 13. Mai 2021, noch kein Kommentar

In den Niederlanden gehört der Fotograf Erwin Olaf, Jahrgang 1959, zu den berühmtesten Künstler*innen der Gegenwart. Nun widmet ihm die Kunsthalle München die erste große Retrospektive in Deutschland.

Ausgewählte Fotografien, Videos, Skulpturen und Multimediainstallationen aus vierzig Schaffensjahren zeigen ab Freitag in loser Chronologie Olafs Entwicklung vom analog zum digital arbeitenden Künstler, vom rebellischen Foto-Journalisten der 1980er- zum raffinierten Geschichtenerzähler der 2000er-Jahre.


Ladies Hats, Hennie, 1985 © Erwin Olaf, Courtesy Galerie Ron Mandos Amsterdam

Erwin Olaf ist ein Meister der inszenierten Fotografie. Für die Verwirklichung seiner Serien arbeitet der schwule Künstler unter anderem mit Bühnen- und Maskenbildner*innen zusammen. Er erschafft eigene Welten, die unserer Alltagswelt zum Verwechseln ähneln und dennoch Rätsel aufgeben. Hinter ihrer makellos-plakativen, aus Film- und Werbeindustrie entlehnten Ästhetik werden gesellschaftskritische Fragen nach Selbstbestimmung, Gleichberechtigung oder Demokratie verhandelt. Bewusst gestaltet Olaf die Erzählungen seiner Bilder bedeutungsoffen: Es bleibt den Betrachter*innen überlassen, sich den Anspielungen gegenüber zu öffnen und die Leerstellen mit eigenen Assoziationen und Interpretationen zu füllen.


Squares, Pearls, 1986 © Erwin Olaf / Courtesy Galerie Ron Mandos

Wie ein roter Faden zieht sich Olafs politisches und soziales Interesse durch sein gesamtes Œuvre. Bei seinem engagierten Einsatz für eine tolerantere Gesellschaft schreckt er vor keiner Kontroverse zurück. Besonders in seinem Frühwerk setzte er dabei auf das Mittel der Provokation.

Die Ausstellung "Erwin Olaf - Unheimlich schön" ist vom 14. Mai bis 26. September 2021 in der Kunsthalle München zu sehen. Im Hatje Cantz Verlag ist ein umfangreicher Begleitband mit rund 220 Farbabbildungen erschienen. (cw)



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