Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/b?3407

Identität, Transformation und der queere Urknall

Ashley Hans Scheirl: Fluffy Sucker, 2021, Acryl auf Leinwand, 125x175 cm
  • 18. Mai 2021, noch kein Kommentar

Die Berliner Galerie Crone zeigt unter dem Titel "Currencies of De*Capital Delirium" noch bis 18. Juni eine Einzelausstellung von Künstler*in Ashley Hans Scheirl aus Wien.

Ashley Hans Scheirl, geboren 1956 in Salzburg, wechselte immer wieder Namen und Identitäten. Die Kunst, die die queere Person in den Neunzigerjahren als Teil der Dyke-Subkultur schuf, trug zur Entwicklung einer konzeptuellen Praxis bei, die über die gleichwertig verwendeten Mittel des experimentellen Kinos, der Malerei, Objektkunst, öffentlicher Aktionen, Performance und Musik permanent im Austausch mit der Wiener Kunstszene blieb.

In der Tat verbindet Scheirl solcherart "Disziplinartechniken" im Dienste des Modells einer lesbisch queeren Sexualität. Der Übergang von der Bildenden Kunst in eine neue Kategorie wurde in den Jahren, in denen Scheirl zwischen London, Wien und New York pendelte, von einer durch Testosteroninjektionen gestützten Metamorphose des eigenen Körpers begleitet.

Die wechselnden Namen (Angela, Angela Scheirl, Angela Hans, Angel Hans, Zeze Hans, Ah, A A A A, Hans Scheirl, Hans, Hansi, Hansda, Hans von S/hit, Scheirl, Ashley Hans Scheirl) spiegeln diesen permanenten Wandel, dieses Nicht-Stillstehen. Die Selbstdarstellungen im Medium der Malerei, ermutigen Angela, nunmehr Hans, nach vielen Experimenten mit Super-8 und Video das eigene maskuline Aussehen von Neuem zu emanzipieren. So wurde Ashley ein*e Maler*in, die den androgynen Habitus sorgsam kultiviert.

Malereien, Skulpturen und Zeichnungen verschmelzen in der Galerie Crone Berlin zu einer raumfüllenden Installation. Sie führen die Besucher*innen in eine überbordende, wahnwitzig anmutende Traumwelt. Konsum und Sinnsuche, Restriktion und Freiheit, Gier und Entsagung, Exzess und Vereinsamung, Aufbegehren und Resignation, Identität und Transformation, Geschlecht und Hierarchie, individueller Lebensentwurf und globale Verwerfungsökonomie - all das trifft hier krachend aufeinander und mündet im digital-anarchistisch-neugeordnet-gesteuerten Urknall, oder zumindest in einer neuen Weltwährung, die der Ausstellung den ungewöhnlichen Titel gibt.

Um "Currencies of De*Capital Delirium" zu besichtigen, sind eine Anmeldung und ein negativer Covid-Test erforderlich. Tickets kann man hier buchen. (cw/pm)



-w-

18. Mai 2021
Noch kein Kommentar

-w-
-w-
Newsletter
  • Unsere Newsletter halten Dich täglich oder wöchentlich über die Nachrichten aus der schwul-lesbischen Welt auf dem Laufenden.
Tagesbilder durchsuchen
Bild vorschlagen