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Kontaktanzeigen und queere Geschichte

"Hommage an Alice Austen" (2020) mit Irène Mélix, Francy Fabritz und Nadine Grobeis (Bild: Matthias Hamann)
  • 19. Mai 2021, noch kein Kommentar

Ausgehend von über 800 Kontaktanzeigen aus Online-Plattformen und historischen Zeitschriften erzählt die neue Ausstellung "Irène Mélix: lonely hearts" des Schwulen Museums eine epochenübergreifende queere Geschichte.

Die Künstlerin Irène Mélix beschäftigt sich seit Jahren mit der Konstruktion von lesbischen Identitäten und queerer Geschichtsschreibung und hat im Zuge dessen eine Sammlung von über 800 Kontaktanzeigen von Lesben und Queers angelegt. Ihre Ausstellung "lonely hearts" bildet eine Momentaufnahme in diesem fortlaufenden künstlerischen Rechercheprozess.


"lonely hearts" (Bild: Irène Mélix)

Hier versammeln sich das Interesse für die Geschichten lesbischer Mitstreiter*innen, deren Leben und Sichtbarkeit; sowie die Suche nach unterschiedlichen Facetten von Liebe, Begehren und Leidenschaft - und die drängende Frage, warum es vergleichsweise wenig darüber zu finden gibt.

Gleichzeitig zeigen die Fundstücke, dass sie da waren und sind: die Mitstreiter*innen, Gleichgesinnten, Vorbilder und Freund*innen. Sie erzählen ihre Geschichten - in Romanen, Zeitschriften, Bildern und Kontaktanzeigen. Und so tauchen sie auch in der Ausstellung auf: in Audiostücken, Textsammlungen oder als Vorbilder für die Reinszenierung historischer Fotografien.

In "Hommage an Alice Austen" (2020) reinszeniert Irène Mélix beispielsweise ein Foto der amerikanischen Fotografin Alice Austen (1866-1952), das sie und zwei Freundinnen in entspannter Haltung und Männeranzügen zeigt. Austen war eine der ersten Frauen, deren fotografisches Werk öffentliche Beachtung fand, ihr Lesbischsein und die 53 Jahre dauernde Beziehung zu ihrer Partnerin Gertrude Tate findet in der Interpretation ihres Werkes jedoch oftmals keine Erwähnung.

Die Arbeit "Silberring, Rohdiamant" (2018) geht auf eine Romanstelle aus Maximiliane Ackers "Freundinnen - Ein Roman unter Frauen" von 1923 zurück, in der ein Diamantsplitter sinnbildlich für die abgeschliffenen Teile der Gesellschaft und damit als Allegorie für Diskriminierung steht.


"Silberring, Rohdiamant" (Bild: Matthias Hamann)

Das Schwule Museum lädt am Donnerstag, den 20. Mai 2021 zur virtuellen Eröffnung von "Irène Mélix: lonely hearts". Ab 19 Uhr wird die Künstlerin die Schau zusammen mit Kurator Vincent Schier im Rahmen einer digitalen Live-Tour vorstellen. Die Veranstaltung wird auf dem Facebook-Kanal des Museums live übertragen und zweisprachig sein, mit Teilen auf Deutsch und auf Englisch.

Eine Videoaufzeichnung der Veranstaltung stellt das Museum ab dem 21. Mai online. Es hofft, dass spätestens im Juni auch eine physische Eröffnung möglich sein wird. Die Ausstellung soll dann bis zum 23. August 2021 gezeigt werden. (cw/pm)



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19. Mai 2021
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