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"Eine Flagge, die es wert ist, verteidigt zu werden"
- 03. August 2021,

Auf der Titelseite der großen schwedischen Tageszeitung "Svenska Dagbladet" werben die schwedischen Streitkräfte mit einer Gruppe von bewaffneten Soldat*innen, von denen einer eine große Regenbogenfahne hält.
"Eine Flagge, die es wert ist, verteidigt zu werden", heißt es auf der unübersehbaren Werbung der Försvarsmakten in der Ausgabe vom 1. August. In kleinerer Schrift steht darunter: "Wir verteidigen die Menschenrechte, Gleichheit für alle und unser Recht, so zu leben, wie wir es möchten." Das Motiv, das zum Stockholm Pride geschaltet wurde, versetzte rechte Homo-Hasser*innen in sozialen Medien bereits in Schnappatmung.
/ Mathias_Englund#svd #foersvarsmakten #svfm En flagga värt att försvara pic.twitter.com/aNzBrwp1Or
Mathias (@Mathias_Englund) August 1, 2021
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Dabei ist es nicht das erste Mal, dass sich die schwedische Armee für LGBTI-Akzeptanz einsetzt. Schon 2015 präsentierte sie eine Posterkampagne, die eine Soldatin mit Regenbogenfahne auf dem Tarnanzug und dem Slogan "Manche Dinge solltest Du nicht verstecken müssen" zeigte (queer.de berichtete). Mit den Plakaten, die im ganzen Land gezeigt wurden, warb die Armee gezielt um schwul-lesbische Berufssoldaten – die Wehrpflicht wurde in Schweden fünf Jahre zuvor ausgesetzt. Jeder Mensch sei willkommen, hieß es dazu in der Unterzeile: "Gleichberechtigung ist ein integraler Bestandteil einer Demokratie. Im Militär behandeln wir jeden mit Respekt und betrachten Vielfalt als Bereicherung."
2017 postete die Armee ein Foto von Kampfstiefeln mit Regenbogenschnürsenkeln (queer.de berichtete). Mit dem englischen Slogan "We don't always march straight" und Soldat*innen mit Tarnschminke in Regenbogenfarben meldeten sich die Försvarsmakten 2018 zum EuroPride zu Wort – die Botschaft: "Wir treten für die Werte ein, die wir verteidigen müssen" (queer.de berichtete). Seit vielen Jahren beteiligen sich die Streitkräfte jedes Jahr an der CSD-Parade in der Hauptstadt Stockholm. Das Verbot Homosexueller im schwedischen Militär war bereits 1976 aufgehoben worden.Im Jahr 2008 zeigte das Armeemuseum eine eigene LGBT-Ausstellung. (mize)
















