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Maren Kroymann öffnet ihre Fotokiste
- 29. August 2021,
"In jungen Jahren": Maren Kroymann wurde in Niedersachsen geboren, wuchs dann aber als jüngstes Kind mit vier Brüdern in Tübingen auf (Bild ZDF / Privatfoto Kroymann)Am Beispiel von Lebenserinnerungen Prominenter zeichnet die zweiteilige ZDF-Doku "Wir Wunderkinder" ein persönliches Bild der 50er und 60er Jahre in Deutschland – mit dabei ist auch Maren Kroymann.
Zusammen mit Zeitzeug*innen wie Roberto Blanco, Katja Ebstein, Winfried Glatzeder, Wolfgang Niedecken, Elke Sommer oder Thekla Carola Wied erzählt die lesbische Schauspielerin und Kabarettistin von ihren Eindrücken und Erlebnissen. Dabei öffnen die bekannten Protagonist*innen auch ihre privaten Fotokisten.
Illustriert werden die Lebensberichte durch neu erschlossene Filmaufnahmen aus der damaligen Zeit sowie durch szenische Animationen im Stil der Graphic Novel.

"Sweet eighteen!": Maren Kroymann (links im Bild) macht mit 18 Jahren ihr Abitur und beginnt neben einem Studium in Tübingen Theater zu spielen (Bild ZDF / Privatfoto Kroymann)
Folgende Zitate von Maren Kroymann veröffentlichte das ZDF vorab:
Zum Frauenbild:
"Der Mann verdiente, und die Frau bekam die Kinder, zog sie groß und machte den Haushalt. (...)
Meine Mutter musste das Haushaltsgeld meinem Vater gegenüber abrechnen. Ein höchst unwürdiger Zustand. Frauen durften nicht arbeiten ohne die Einwilligung des Mannes. So sind wir erzogen. (...)"
Zu Aufklärung und Sexualität:
"In der Schule gab es im Biologieunterricht zwei Stunden Aufklärungsunterricht, also mit den Bienen und den Blumen. Aufklärung kann man das nicht nennen. (...)
Eine Frau, die schwanger wird, ohne einen Mann zu haben, das war verpönt, das war ja kurz vor einer Prostituierten in der öffentlichen Meinung. Das war ganz, ganz schwer. (...)
Das war ein langer Weg zur sexuellen Befreiung, bis wir überhaupt begriffen haben, dass wir ein Recht darauf haben, unsere eigene Sexualität zu haben. Wir dürfen das. Wir dürfen Lust empfinden. Wir dürfen auch sagen, wie wir das haben wollen beim Sex. Es gab Sprachlosigkeit und das unbestimmte Gefühl: Sex ist, was die Männer mit einem machen."
Zu Beatles und Popmusik:
"Die Beatles waren meine Welt. Dass die so frei waren. Man hatte das Gefühl, die scheren sich einen Scheißdreck um alles. Die machten sich die Haare anders. Das war sexy. Die waren halt so cool. (...)
Die Popmusik war total wichtig für Jungen und Mädchen in der Pubertät in den 60ern, Anfang der 60er, Ende der 50er schon. Das war nicht vorgegeben im Bildungskanon der Eltern, sondern es war subversiv, das zu hören, weil die Eltern sagten: 'Mach das Radio leiser' und 'Was ist denn das?'"
"Wir Wunderkinder" läuft in zwei Teilen am 12. und 19. Oktober um 20.15 Uhr im ZDF. Bereits ab 10. Oktober sind beide Filme in der ZDF-Mediathek zu sehen. (cw)
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