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Queere Republik Xhain

Auf einem Wahlplakat zeigen die Grünen Friedrichshain-Kreuzberg ihre Vision für den alternativen Berliner Bezirk – und ernten Spott und Hass aus dem Rest des Landes.

"Wir wollen nicht nur darüber reden, was wir in den nächsten fünf Jahren für Xhain erreichen wollen, sondern auch zeigen, wie es hier aussehen kann", erklärte die grüne Bezirksbürgermeisterkandidatin Clara Herrmann in einer Pressemitteilung zu dem bunten Motiv der Kreuzberger Illustratorin Laura Breiling, das seit dem Wochenende in mehreren U-Bahnhöfen hängt. "Dabei ist uns besonders wichtig zu zeigen, wie Xhain jetzt schon ist und wie es auch bleiben soll: Hier haben alle Menschen Platz, unabhängig von Geschlecht, Herkunft, sexueller Orientierung und Identität."

In Berlin finden am 26. September 2021 parallel zur Bundestagswahl auch die Wahlen zum Abgeordnetenhaus und zu den Bezirksverordnetenversammlungen statt.

Das kitschig-naive Motiv mit Prideflagge, knutschenden Lesben, vielen nicht-weißen Menschen, Rollifahrerin und Clit-Graffiti sorgte vor allem außerhalb der Hauptstadt für Schnappatmung. "Horror pur", "Sodom und Gomorra" und "This is Faggotsburg" lauteten noch vergleichsweise harmlose Kommentare zu einem Tweet der Xhainer Grünen.

Twitter / GrueneXhain

"Nur einer darf nicht mitspielen: der Normalbürger", empörte sich auch prompt das neurechte Onlinemagazin Tichys Einblick. Das Wahlplakat zeige "in aller Deutlichkeit und mit erstaunlichem Detailreichtum, dass die 'bürgerliche Mitte' in der Grünen Zukunfts-Utopie keinen Platz mehr hat – allen voran das ewig gestrige Modell von der heterosexuellen Familie".

FAZ-Korrespondent Philip Plickert findet das Kampagnenposter gruselig. "Die grüne Vision für unsere Zukunft? Creepy!", schrieb er auf Twitter. "Sie sollten das Plakat deutschlandweit aufhängen, dann fallen sie wieder unter 10 Prozent."

Twitter / PhilipPlickert
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Friedrichshain-Kreuzberg ist Berlins alternativster Bezirk. Der Bundestagswahlkreis ist deutschlandweit der einzige, in dem die Grünen mit Hans-Christian Ströbele bzw. Canan Bayram ein Direktmandat gewinnen konnten. Bei den Wahlen zum Abgeordnetenhaus 2016 holten die Grünen hier vier von fünf Direktmandaten. Auch in der Bezirksverordnetenversammlung ist die Ökopartei mit 32,7 Prozent stärkste Kraft. Mit der lesbischen Politikerin Monika Herrmann, die diesmal für das Abgeordnetenhaus kandidiert, stellt sie bislang die Bezirksbürgermeisterin. Die CDU holte vor fünf Jahren in Friedrichshain-Kreuzberg lediglich 7,7 Prozent.

2016 hatten die Xhainer Grünen im Wahlkampf u.a. den Slogan "Herzlich willkommen im grün-links-versifften Sektor" plakatiert. (mize)



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#1 LotiAnonym
  • 13.09.2021, 07:10h
  • In Hinblick auf die jetzige Anmache von außerhalb Berlins finde ich diese Plakatierung für einen Bezirk wie Friedrichshain/Kreuzberg von den Grünen schon recht ok. Das ausgerechnet die FAZ herumnörgelt u.sich darüber eschaufiert, ist auch nicht werwunderlich. Zugegeben, der bekannte Zeichner u.Cartoonist Seyfried hätte es sogar noch weiter auf die Spitze getrieben. Da hat sich Frau Hermann schlecht beraten lassen. Wenn schon dann aber so richtig mit deftigen Humor platziert.
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#2 andreAnonym
  • 13.09.2021, 08:55h
  • Finde ich schon etwas kitschig. Die anderen Werke der Malerin auch. Aber das ist Geschmackssache. Das grüne Statussymbol in der Mitte....was solls. Gut finde ich wie die Malerin Diversität darstellt. Ganz im Gegensatz zu den Grünen selbst. Man schaue sich nur Gruppenfotos der Grünen Politikerinnen an. Mir stach, vor einiger Zeit ein Gruppenfoto der "Grünen Jugend" ins Auge. Vom Vorstand. Weit, sehr weit entfernt von divers. OK, dieses Bild ist eher Vision. Trotzdem, Bilder, die Realität zeigen, sind selten. Wären vielleicht zu viele Grautöne dabei.
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#3 goddamn liberalAnonym
  • 13.09.2021, 09:23h
  • Antwort auf #2 von andre
  • Dass das idealistische deutsche Lebensreform-Bürgertum seiner eigenen romantisch gesättigten Utopie nicht gerecht wird, ist klar.

    Das Bild ist schön, passt aber m. E. eher nach Köln als ins oft ziemlich ruppige Berlin.
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#4 mind_the_gap
#5 Girlygirl
  • 13.09.2021, 11:24h
  • Ok, man muss das Bild jetzt nicht toll finden. Dass aber ein Journalist der FAZ (die bürgerlich konservativ ist) es als "creepy" bezeichnet finde ich hingegen creepy und gibt mir zu denken. Da der Herr sich wahrscheinlich eher in Boomer Kreisen bewegt gestehe ich ihm zwar zu, dass er vielleicht creepy mit cringe verwechselt haben könnte, aber falls nicht ist es doch besorgniserregend...
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#6 StaffelbergblickAnonym
  • 13.09.2021, 15:27h
  • Das Plakat .. .darf hängen bleiben ... mich würde es nicht irritieren, auch nicht motivieren. Mir ist das alles zuviel "Friede, Freude, Eierkuchen", auf der Suche nach der "heilen Heimat". Und ich zu sehr Realist.
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#7 AnonymAnonym
  • 13.09.2021, 15:58h
  • Mich verwundert es nicht dass das Plakat in konservativen Kreisen keinen Anklang findet es spiegelt ja auch die Urangst derer wieder. Die Angst als deutscher Hetero Mann nicht mehr an der Spitze zu stehen. "Das Aussterben der Rasse" und überall "Ausländer" und "Perverse" welche das Land überrollen und das wird auch noch gefördert von einer Partei die uns "das Auto wegnehmen will".
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#8 alternaivAnonym
  • 13.09.2021, 17:57h
  • was für ein kindischer kitsch!
    und unrealistisch obendrein: der "grüne" bezirk ist in wahrheit einer der dreckigsten der stadt, die straßen sind teils extrem verhundekotet, weil die anwohnenden die haufen liegen lassen, es stinkt in xhain.
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#9 LotiAnonym
  • 13.09.2021, 18:39h
  • Antwort auf #8 von alternaiv
  • Bedauerlicherweise stimmt das, was die Verschmutzung betrifft. Deshalb auch meine Anmerkung zum Comic Zeichner Gerhard Seyfried. Der schon für Die Linke Partei ein Wahlkampfplakat in der Vergangenheit gezeichnet hatte.
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