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"Gemeinsam unterhaken gegen den unsichtbaren rosa Winkel"
Bild: Staatskanzlei Thüringen- 20. September 2021, kein Kommentar
Am Sonntag ist im früheren Konzentrationslager Buchenwald der homosexuellen Häftlinge gedacht worden – Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hielt eine starke Rede.
Die Veranstaltung mit rund 50 Teilnehmer*innen fand im Rahmen des CSD im nahe gelegenen Weimar statt, zu dem am Vortag rund 1.000 Menschen durch die Stadt gezogen waren. Inhaltlich sei es unter anderem darum gegangen, dass die Gesellschaften sowohl in der DDR als auch in der Bundesrepublik lange brauchen, die Erinnerung daran überhaupt zu thematisieren, sagte ein Sprecher der Gedenkstätte. So wurde etwa erst 2006 ein Gedenkstein an homosexuelle Gefangene in Buchenwald eingeweiht.
/ Buchenwald_DoraOrganisiert von der Aidshilfe Weimar wurde heute in #Buchenwald der 650 Männer gedacht, die als #Homosexuelle in das #KZ verschleppt wurden. Reden hielten u.a. Ministerpräsident @bodoramelow, der Weimarer Bürgermeister Kirsten u. @Buchenwald_Dora-Direktor Wagner. pic.twitter.com/BZDsxkTql5
Stift. Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora (@Buchenwald_Dora) September 19, 2021
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Der Ministerpräsident erinnerte in seiner Ansprache nicht nur an die 650 wegen ihrer Homosexualität bis 1945 nach Buchenwald verschleppten Männer, sondern stellte heraus, dass sich die Verfolgung der Homosexuellen nach 1945 in vielfältiger Weise fortsetzte und noch heute spürbar ist: "Wenn in einer Gesellschaft eine Öffnung zur Vielfalt nicht eintritt, dann ist das nicht nur ein Problem für die Menschen, die ihr Leben auf ihre Art leben wollen, sondern für die gesamte Gesellschaft", sagte Ramelow. "Die Aufhebung der Strafrechtsparagraphen bedeutet nicht das Ende der Diskriminierung."
Es sei daher "wichtig, dass wir jedes Jahr im Rahmen des Christopher Street Days hier dafür einstehen, als Gesellschaft miteinander diskriminierungsfrei leben zu wollen", erklärte der einzige Ministerpräsident der Linken. "Lasst uns gemeinsam unterhaken gegen den unsichtbaren rosa Winkel, lasst uns gemeinsam viele Regenbogenfahnen hochziehen." (cw/dpa)
















