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Schwule Liebe in Zeiten des Nahost-Konflikts

Bild: Nik Schölzel / Mainfranken Theater Würzburg

Das Mainfranken Theater Würzburg präsentiert mit "Grenzen" die Geschichte zweier Männer, die über die Grenzen verfeindeter Länder hinweg eine intensive Online-Beziehung eingehen.

"Grenzen", das ist die Geschichte von Boaz und Georges, die sich eines Abends auf einer Dating-App für schwule Männer finden. Zwischen ihnen liegen nur 20 Kilometer – und eine unüberwindbare Grenze: Boaz lebt in Israel und Georges im Libanon. Beide Länder stehen sich in einem seit Jahrzehnten währenden Konflikt feindlich gegenüber.

Die Grenze ist geschlossen, mit bewaffneten Einheiten gesichert und Bewegungsfreiheit zwischen beiden Seiten undenkbar. Dennoch wird aus der Suche nach einem sexuellen Abenteuer eine intensive Online-Beziehung. Als die Sehnsucht zu groß wird, planen Georges und Boaz ein Treffen in Berlin – doch die politischen Konflikte finden ihren Weg nicht nur in ihre virtuellen Gespräche, sondern auch in ihre Lebensrealität.

Nimrod Danishman, ein aufstrebender israelischer Theatermacher, präsentiert mit seinem Debütstück eine sensible Erzählung über die Sehnsucht nach Akzeptanz und Freiheit und eine schonungslose Beschreibung der Auswirkungen der politischen Situation auf das Privatleben der Menschen. Dabei basieren die Dialoge unter anderem auf wirklichen Erfahrungen Danishmans: "Ich glaube, in der Figur Boaz ist viel von mir zu finden, und um ehrlich zu sein, auch in Georges", erklärt der israelische Theatermacher. "Es sind zwei Seiten meiner Persönlichkeit."

Mit seinen Figuren teilt Danishman auch seinen Sehnsuchtsort Berlin. In Grenzen ist die deutsche Hauptstadt eine Zuflucht für zwei Menschen, die sich in ihrer Heimat nicht treffen können: "Berlin symbolisiert in meinen Augen Hoffnung." Heute lebt Nimrod Danishman dennoch in Tel Aviv: "Ich möchte Dinge für meine Landsleute kreieren, die meine Sprache sprechen, die meine Konflikte als Israeli teilen."

"Borders" wurde 2018 am TzavtaTheatre in Tel Aviv uraufgeführt. 2019 feierte eine Inszenierung in New York City und im Oktober 2021 im finnischen Espoo Premiere. Unter der Regie von Sigrid Herzog präsentiert das Mainfranken Theater nun "Grenzen" als deutschsprachige Erstaufführung. Premiere war am 6. November. Weitere Aufführungen gibt es am 10., 14. und 24. November sowie am 1., 7., 14. und 22. Dezember 2021 in der neuen Spielstelle Keller Z87 auf dem Bürgerbräu-Kreativ-Areal in der Zellerau. Karten sind über die Homepage des Mainfranken Theaters erhältlich. (cw/pm)


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#1 queergay
  • 09.11.2021, 15:10h
  • Hoffentlich ist das fränkische Würzburg mit dieser Aufführung nicht überfordert.
    Dieses Theaterstück gibt nur 70 Minuten Länge her; vielleicht doch etwas mager. Das ganze Thema könnte schon 2 Stunden Länge vertragen. Immerhin hat das israelische Werk von Tel Aviv aus schon seinen Weg erfolgreich bis nach New York geschafft.
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