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"Gender Piracy" in Osnabrück

Bild: Filmstill aus "Fast Twich Slow Twitch" (Bild: Cassils)
  • 11. November 2021, kein Kommentar

Im Kunstraum hase29 in Osnabrück wird am Samstag die neue Ausstellung "Gender Piracy" eröffnet. Sie will queeren Körpern einen Raum geben und die Stimmen von trans, inter und nichtbinären Personen hörbar machen.

Die Künstler*innen der Ausstellung hinterfragen Geschlechtervorstellungen, Körperbilder und gesellschaftliche Normen, sie schlagen neue "Normalitäten" vor. Die gezeigten Arbeiten – Fotos, Videos, Malerei und Installationen – dekonstruieren geschlechtliche Körper und erschaffen sie neu. "Sie verwirren, lösen auf und machen queere Menschen sichtbar", so Kurator*in Joran Yonis.

Stellvertretend für das Anliegen der Ausstellung steht der Titel von Luki von der Grachts multimedialer Installation "Coming to Voice", in der Bilder mit Liedern und gesprochenem Text aus einer Sounddusche verbunden sind. Der Niederländer will mit seinem Werk andere queere Menschen empowern und beschäftigt sich in diesem Zuge mit Fragen von Identität, Gender und Zugehörigkeit.


Bild: Luki von der Gracht

Künstler*in Cassils macht in einer Videoinstallation den eigenen Körper zur Skulptur und formt allein durch eine veränderte Ernährung und Sport aus einem als weiblich geformt verstandenen Körper eine als männlich-muskulöse gelesene Figur. "Fast Twitch/Slow Twitch" heißt diese Arbeit. Ein Plakat von Cassils aus dieser Arbeit sorgte 2016 bei der Ausstellung "Homosexualität_en" in Münster für Aufregung, als die Deutsche Bahn sich weigerte sich, es am Bahnhof aufzuhängen (queer.de berichtete).

Humorvoll auf die Spitze getrieben ist Mary Maggics fiktive Kochshow "Housewives Making Drugs", in dem es um den Versuch geht, Östrogen aus Urin zu gewinnen. Die trans Frauen Maria und Maria zeigen ihren Zuschauer*innen, wie sie Hormone herstellen können, und sprechen scherzhaft-ironisch über Körper- und Geschlechterpolitiken.

Die aus der autonomen Republik Burjatien in Russland stammende Anna Olkina zeigt mit ihrer Malerei, dass es mehr als zwei Geschlechter gibt. Auf ihrer Porträtmalerei ist eine queere Person zu sehen, die in der traditionellen burjatischen Tracht gekleidet ist.

JJ Maurer dokumentiert auf Fotos die queere Community. Die analogen Fotografien, die eigens für die Ausstellung in der hase29 entstanden sind, entstehen in der Zusammenarbeit zwischen abgelichteter Person und Fotograf*in. Im Zentrum steht die Dokumentation persönlicher Begegnungen und gegenseitiger Inspiration für die Ausgestaltung eines Raumes, der Freiheit und Aufbruch außerhalb festgefahrener Geschlechtervorstellungen vermittelt.

Außerdem steuert Joran Yonis selbst eine Installation bei. Mit performativen Outfits und ironisierender Selbstdarstellung versucht Joran Yonis, die einzwängenden Geschlechternormen unserer Gegenwart zu durchbrechen, und nähert sich humorvoll und spielerisch dem Thema Begehren an.

Die Ausstelllung "Gender Piracy" wird am Samstag, den 13. November von 17 bis 22 Uhr eröffnet und ist anschließend bis zum 15. Januar 2022 in der hase29 zu sehen. Der Eintritt ist frei, es gilt die 2G-Regel. (cw/pm)


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