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Queere Kunst als Widerstand
Anna Ádám: School of Disobedience / Fight Club- 17. November 2021, kein Kommentar
Die Art Cologne ist zurück: Nach zweieinhalb Jahren coronabedingter Pause startet am Mittwoch die größte deutsche Kunstmesse in Köln. Eines der Highlights ist die Sonderschau "Queer Budapest".
Die queere Kunst- und Kreativszene Ungarns ist eine der aufregendsten in Europa, wird aber oft übersehen und findet beim internationalen Publikum nur wenig Beachtung. Was sie zu einer der spannendsten Szenen in Mittel- und Osteuropa macht, ist nicht zuletzt die Widerstandsfähigkeit und kreative Kraft, die sie angesichts einer ungarischen Regierung an den Tag legt, die unverhohlen eine Politik verfolgt, die LGBTI de facto in die gesellschaftliche Unsichtbarkeit verbannen will. Trotz dieses politischen Klimas jedoch blüht, wächst und gedeiht die Community. In diesem Jahr stellt sich die Plattform "Queer Budapest" mit einer Auswahl an Künstler*innen auf der Art Cologne vor.
Ziel der Sonderausstellung ist es, eine Debatte über queere ungarische Kunst zu führen und gleichzeitig das Bewusstsein für die Probleme zu schärfen, mit denen die Künstler*innen konfrontiert sind. Ausgewählte Arbeiten werden dabei gezielt in den Kontext aktueller politischer Ereignisse und Maßnahmen wie z.B. Artikel 33 oder das jüngste Gesetz gegen sogenannte "homosexuelle Propaganda" gestellt, mit denen die Rechte und bürgerlichen Freiheiten von queeren Menschen in Ungarn angegriffen werden.
Aus Sicht von "Queer Budapest" ist die Kunst eine zentrale Methode sowohl zur Erforschung als auch des Zelebrierens von Identität. Mit Arbeiten, die von Performance über Malerei bis hin zu Fotografie reichen und Themen wie Identität, Gemeinschaft und Feminismus untersuchen, vermittelt die Ausstellung einen facettenreichen Blick auf das zeitgenössische queere Leben in Ungarn.
Die von Zsuzsanna Zsuró und Thomas Roughan kuratierte Ausstellung umfasst Werke von Ádám Csábi, Anna Ádám, Barnabás Lakatos-Gelléri, Borsos Lőrinc, Hollow Systems sowie Arbeiten von Vertreter*innen der queeren Roma-Community Ungarns. Mehr Infos gibt es zur Sonderschau auf der Homepage der Art Cologne. (cw/pm)

















