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Ein Undercover-Blick auf das schwule Marokko

Bild: Liam Campbell

Für die neueste Ausgabe seines schwulen Fotomagazins "Elska" reiste Herausgeber Liam Campbell nach Casablanca.

Es ist die erste Ausgabe des Magazins aus der arabischen Welt. "In den 1950er Jahren entstand der Ruf Marokkos als eine Art hedonistisches Schwulenparadies, inspiriert durch die Werke von William Burroughs, Joe Orton, Truman Capote, Gore Vidal und anderen queeren und queer-affinen Schriftstellern", schreibt das Magazin. "Auch wenn diese Realitäten sicherlich nur für wenige Privilegierte existierten, hält sich der Ruf hartnäckig, was sich in der anhaltenden Beliebtheit Marokkos als Reiseziel für LGBTQ-Touristen zeigt."

Doch die Portraits der elf schwulen, bisexuellen und queeren Männer aus der größten Stadt des Landes und weiteren Orten abseits der Touri-Ströme zeige für sie eine andere Realität. Deshalb prägen hier noch mehr als sonst ihre Erzählungen, weniger ihre Fotos das Heft. Zu ihrer Sicherheit zeigt nicht jeder der Männer sein Gesicht, und einige Fotos erscheinen nur in der limitierten Print-Ausgabe. Noch in den letzten Jahren waren im Land immer wieder Einheimische und Besucher wegen homosexueller Handlungen verhaftet worden (queer.de berichtete).


"Ich wollte unbedingt eine Ausgabe in Afrika machen, obwohl diese Region voller erschütternder Bedingungen für LGBTQ-Menschen ist", so Liam Campbell. Bisher hatte er nur das liberale Kapstadt vorgestellt. "Also beschloss ich, dass ich einen Weg finden musste, damit es funktioniert. Ich sprach mit vielen Einheimischen und Aktivisten in verschiedenen afrikanischen Städten und es schien, dass Marokko die beste und sicherste Wahl zu sein schien, sowohl für mich als auch für die Teilnehmer. Als ich jedoch im Lande war, stellte ich fest, dass zwar viele Männer bereit waren, sich mit mir zu treffen, um zu reden, aber nur sehr wenige bereit waren, sich fotografieren zu lassen." So kam es zu der erzählerischen Form, die am Alltag der Männer teilhaben lässt.

Das Casablanca-Heft mit 164 Seiten kann für 20 US-Dollar (17,70 Euro) über die Elska-Homepage bestellt werden, auch alternativ als E-Zine für 14 Dollar (12,40 Euro). Für 29,50 Dollar (25,6 Euro) gibt es beide Versionen im Bundle mit dem zusätzlichen Bonus-E-Zine "Elska Ekstra" mit ergänzenden Bildern und Outtakes sowie Geschichten und Fotos von weiteren Männern.

"Elska" ist eine ungewöhnliche Mischung aus Reise-, Kunst- und Szenemagazin, die alle zwei Monate erscheint. Jede Ausgabe wird in einer anderen Stadt fotografiert. Die früheren Hefte entstanden im ukrainischen Lwiw, in Berlin, Reykjavik, Lissabon, Taipeh, Istanbul, Cardiff , Yokohama, Mumbai, Rhode Island, Brüssel, Helsinki, Haifa, Bogotá, Kapstadt, Perth, Los Angeles, London, Lyon, Seoul, in Stockholm, in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka, in der mexikanischen Metropole Guadalajara, in Manila, Pittsburgh, Warschau, in Amsterdam, Kuala Lumpur, Sydney, Belfast, Dublin, São Paulo, Toronto und zuletzt Atlanta. Im Mai 2020 erschien mit der "Gay Iceland Trilogy" eine coronabedingte Sonderausgabe. (cw)



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04. Dezember 2021
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