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Tilda Swinton feiert "Orlando"
- 21. Februar 2022, kein Kommentar
Jamal Nxedlana, FAKA Portrait, Johannesburg, 2019 © Jamal NxedlanaEine neue Ausstellung zeigt Werke zeitgenössischer Kunstschaffender und Fotograf*innen, welche die zentralen Themen von Virgina Woolfs Roman "Orlando" aufgreifen: Geschlechterfluidität, die Idee eines grenzenlosen Bewusstseins und die Perspektive endlosen Lebens.
Der Roman aus dem Jahr 1928 erzählt die Geschichte eines jungen adligen Menschen zur Zeit von Königin Elisabeth I., der – ohne je zu altern – Jahrhunderte lang lebte und dabei auf mysteriöse Weise imstande war, das Geschlecht zu wechseln. Im Jahr 1992 entwickelte die Filmemacherin Sally Potter eine mittlerweile zum Klassiker gewordene Adaption des Buches mit der Schauspielerin Tilda Swinton in der Hauptrolle. Nicht nur auf Swinton übt Woolfs Geschichte bis heute eine große Anziehungskraft aus: "Ich sehe Orlando als eine Geschichte über das Leben eines Menschen, der danach strebt, sich vollständig von den Konstruktionen des Geschlechts oder sozialer Normen zu befreien."
Als Kuratorin entwickelte die Schauspielerin die Ausstellung "Orlando – Nach einem Roman von Virginia Woolf", die am 25. Februar 2022 im Fotomuseum Winterthur eröffnet wird. Swinton versammelt die Arbeiten elf Kunstschaffender – darunter etablierte zeitgenössische Positionen sowie zu entdeckende Fotograf*innen. Die zum Teil eigens für die Ausstellung konzipierten Werke stellen vorherrschende Machtverhältnisse und -strukturen sowie heteronormative Vorstellungen und den weißen männlichen Blick in Frage. Sie setzen sich mit der Konstruktion von Identität(en) sowie der Repräsentation marginalisierter Communitys und alternativer Lebensentwürfe auseinander. Die Arbeiten gehen dabei weit über Fragen des Geschlechts hinaus und feiern Kreativität, Offenheit, Neugier und die Vielfalt menschlicher Existenzen.
Die Ausstellung zeigt die Arbeiten von Zackary Drucker, Lynn Hershman Leeson, Paul Mpagi Sepuya, Jamal Nxedlana, Elle Pérez, Walter Pfeiffer, Sally Potter, Viviane Sassen, Collier Schorr, Mickalene Thomas und Carmen Winant. Sie wird von zahlreichen Veranstaltungen mit Gästen aus Literatur, Wissenschaft und Kunst begleitet. (cw/pm)















