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Revolution und Kochrezepte

Die "Tuntentinte" war einst das Sprachrohr der schwulen autonomen Szene im deutschsprachigen Raum – jetzt wurden alle Ausgaben online gestellt.

Die kleine Zeitschrift im Zeichen des fünfzackigen Sterns mit Stöckelschuh erschien zwischen 1994 und 2003. Noch bis 2010 gab es kleinere Ausgaben hauptsächlich digital. Die "Tuntentinte" hatte stets ihren eigenen Charme und Witz: Theorie- und Diskussionsbeiträge lösten sich mit Kochrezepten, Rätseln, Sammelbildern, Comics und Foto-Love-Stories ab.

"Wir stellen die Ausgaben der 'Tuntentinte' zur Verfügung, weil wir sie toll und wichtig finden", erklärten die anonymen Archivar*innen in einer Pressemitteilung. "Viele Themen und Debatten haben unseres Erachtens nicht an Aktualität verloren. In der 'Tuntentinte' gab es Auseinandersetzungen über das Politische im Privaten, Intimen und vor allem Sexuellen, die den engen Rahmen dessen sprengten, was ansonsten in der link(sradikal)en Öffentlichkeit verhandelt wurde. Nicht nur Hetero-Normen und der Dominanzgesellschaft wurde eine Absage erteilt, sondern auch der Anpassung der schwulen Szene an die bürgerliche Gesellschaft."

Auf dem Blog Tuntentinte finden sich neben allen Ausgaben der Zeitschrift selbst ein einordnender Text, ein persönlicher Rückblick eines damals interessierten Lesers sowie weiterführende Links. Ein Ende 2021 geführtes Interview mit zwei Ex-Redaktionsmitgliedern soll in den nächsten Wochen noch folgen. (cw/pm)



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#1 Carsten ACAnonym
  • 27.02.2022, 10:39h
  • Vielen Dank, dass das Archiv komplett online zugänglich gemacht wurde. Und das auch noch gratis.

    Das ist wichtig für den Erhalt schwuler Geschichte und das würde man sich auch für andere aktuelle und frühere Magazine, Zeitungen, Flugblätter, Plakate, etc. mit LGBTI-Bezug wünschen.
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#2 PeerAnonym
  • 27.02.2022, 11:26h
  • Also die Cannelloni mit Spinat-Ricottafüllung in Rotwein-Tomaten-Sauce aus Heft 9 vom November 1996 werde ich definitiv mal nachkochen.

    Auch sonst sind da viele interessante Inhalte zu entdecken. Danke fürs Zugänglichmachen.
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#3 PeerAnonym
  • 27.02.2022, 11:30h
  • Antwort auf #1 von Carsten AC
  • Ja, auch schwule Publikationen aus dem Printbereich, Poster, Postkarten, Flugblätter, Aushänge an schwarzen Brettern, Fotos aus schwulen Bars, etc. sind genauso Teil der GLBT-Geschichte wie Bücher, Filme, etc.

    Und auch genauso erhaltenswert. Ich hoffe, dass in dem Bereich noch viel mehr gesammelt und archiviert und natürlich auch zugänglich gemacht wird. Das ist nicht nur für die Forschung in Geschichte, Soziologie, Politikwissenschaft, etc. hochinteressant, sondern auch fürs persönliche Stöbern und Schmökern.
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#4 StaffelbergblickAnonym
  • 27.02.2022, 14:43h
  • Wow ... da haben sich einige ans Digitalisieren gemacht, soweit es die Ursprungsvorlagen noch nicht in irgendeiner digitalen Form gab. Gutes Digitalisieren kostet auch Zeit, wenn Belichtungen usw. nachzubearbeiten sind.
    Und was ansonsten noch an alten Publikationen, Magazinen, Journals in den Archiven vor sich hinstaubt ... wie "Magnus", "Emanzipation", frühere Ausschnitte aus Tageszeitungen, die schön händisch auf weißes Papier geklebt wurden und handschriftlich dazu die Ausgabe vermerkt. Solche Sammlungen sind eigentlich nur im Einzelblattsystem scannbar (zumindest im privaten Bereich), weil abstehende Ecken beim automatisierten Einzug ab- und ausreissen.
    Die konsequente Aufarbeitung hat noch gar nicht richtig angefangen. Der durchaus sehenswerte Film "Mein wunderbares West-Berlin" ist nur ein Fragment, was damals in Berlin politisch stattgefunden hat. Gründung der ersten schwul-lesbischen Parteiableger von SPD, FDP und AL, ebenso beim ASTA in den Unis, Berufsgruppen bei Ärzten, Gewerkschaften ... all dies fehlt in diesem Film.
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#5 PeerAnonym
  • 27.02.2022, 15:32h
  • Antwort auf #4 von Staffelbergblick
  • Ja, ich finde auch, dass die sehr sehenswerte Doku von Jochen Hick ruhig noch um 20 Minuten auf 2 Stunden hätte verlängert werden können, um auch noch andere Aspekte, wie z.B. die Schwulenreferate und Lesbenreferate an Hochschulen, näher zu beleuchten.
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#6 Peter_Anonym
  • 27.02.2022, 19:16h
  • Ein großartige Sache!
    Man kann den Leuten nur dankbar sein.
    Nicht minder wichtig ist die Arbeit der schwulen Geschichtsvereine und Archive. Da kann man sogar Mitglied werden und damit deren Arbeit unterstützen:

    www.csgkoeln.org/
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#7 staffelbergblickAnonym