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Die queere Geschichte der Pfalz

Eine Ausstellung in Schifferstadt erinnert u.a. an die queere Person Liddy Bacroff aus Ludwigshafen, die in den 1930er Jahren auf Travestiebühnen auftrat.

Weil Bacroff ihren Lebensunterhalt als Sexarbeiterin verdiente, saß sie viele Jahre im Gefängnis. In Haft schrieb sie Texte wie "Freiheit! (Die Tragödie einer homosexuellen Liebe)" oder "Ein Erlebnis als Transvestit. Das Abenteuer einer Nacht in der Transvestitenbar Adlon". Sie wurde 1943 im KZ Mauthausen von den Nationalsozialisten ermordet.

Erzählt wird Bacroffs Geschichte im Rahmen der gelungenen Wanderausstellung "Nanu?* Geschlechtliche Vielfalt in der Pfalz. Gestern und heute", die noch bis zum 28. April 2022 im Foyer des Rathauses von Schifferstadt zu sehen ist.


Die Ausstellung beleuchtet die Entwicklungen und regionalen Besonderheiten der sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt in der Pfalz. Sie versucht eine Aufarbeitung der queeren Stadt- und Regionalgeschichte und macht Einzelschicksale sichtbar. Das Projekt ist eine Spurensuche zu historischen Entwicklungen und zur Alltagskultur – von der Verfolgung bis zur Emanzipation. Es werden lokale und regionale Besonderheiten wissenschaftlich fundiert dargestellt.

Ergänzend findet am 25. April 2022 um 18 Uhr im Alten Rathaus ein Vortrag des Historikers Christian Könne statt. Er referiert über den ehemaligen Bürgermeister von Schifferstadt Walther Braun. Dieser hat unter anderem aufgrund seiner sexuellen Orientierung Schwierigkeiten in seiner Amtszeit gehabt und musste letztendlich sein Amt niederlegen. (cw/pm)


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#1 antosEhemaliges Profil
#2 LothiAnonym
  • 07.04.2022, 08:12h
  • Antwort auf #1 von antos
  • Danke für diese Information. Ich habe die Lebensgeschichte von Liddy Bacroff nur so aufgesogen.
    Ich kann sogar teilweise recht gut nachvollziehen wie es ihr zeitlebens ergangen ist. War ich doch selbst mal ein streunender schwuler Stricher. In Berlin hatte ich zu Beginn keinen festen Wohnsitz und so meldete ich mich bei anderen Leuten an. Schlief sogar einen Sommer lang eine Zeitlang im Freien, im Tiergarten. Immer wieder griff mich die Zivilstreife am Bahnhof Zoo auf um meine Dokumente zu prüfen.
    Später lernte ich auch einige Transvestiten kennen. Bei einer wohnte ich sogar für eine Weile.
    Erst 74 erhielt ich eine Festanstellung in einer Bar.
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