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Erstmals auch offizielles Gedenken an lesbische Ravensbrück-Inhaftierte

  • 02. Mai 2022, noch kein Kommentar
Ina Rosenthal, Vorständin vom LesbenRing e.V. (Bild: Stephanie Kuhnen)

Zum ersten Mal gedachten Lesben am Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Ravensbrück den dort inhaftierten und ermordeten, lesbischen Frauen und Mädchen – und zwar ganz offiziell. Das Lager war ab dem 27. April 1945 vor der heranrückenden Roten Armee geräumt worden.

Die Geschichte lesbischer Frauen und Mädchen war in der Vergangenheit weitgehend unsichtbar geblieben. Über die genaue Einordnung der Verfolgung von Lesben durch die Nationalsozialist*innen hatte es zudem zuletzt wieder Streit gegeben. Nun folgte am Sonntag erstmalig das Gedenken an die lesbischen Inhaftierten während der offiziellen, jährlichen Feierlichkeiten in Ravensbrück. Vorausgegangen war unter anderem ein Gutachten, das bestätigte, dass es sich bei den NS-Maßnahmen gegen Lesben um eine Form von Verfolgung gehandelt hat.

Im Jahr 2014 hatte es schon eine eigenständige Gedenkveranstaltung an einem anderen Ort gegeben. Ab 2016 stellte eine Initiative von feministischen Frauen und Lesben aus Deutschland und Österreich Anträge auf die offizielle Genehmigung und Integration des lesbischen Gedenkens. Ein letzter Antrag von 2020, zusammen mit dem Lesbenring, der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, dem LSVD sowie der Berliner Lesbeninitiative Rad und Tat, sorgte dann für Erfolg.

Am Neuen Gedenkort in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück legten daher nun auch die Lesben ganz offiziell Blumen und Gedenkkränze ab und hielten eine Schweigeminute. Im Herbst soll dann auch endlich die lange geforderte Gedenkkugel am Ort installiert werden, die an die lesbischen Insassinnen erinnert. Als Ersatz diente an diesem Sonntag ein Gedenkzeichen in Form einer Scheibe.

Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück #Lesben – wurden von den Nazis verfolgt, inhaftiert und auch ermordet! Heute haben...

Posted by Ulle Schauws on Sunday, May 1, 2022
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Ravensbrück war das größte Konzentrationslager für Frauen und Mädchen in Deutschland und wurde in den Jahren 1938 und 1939 durch die SS in Ravensbrück im nördlichen Brandenburg errichtet. Ab Mai 1939 sollen bis zur Befreiung etwa 132.000 Frauen und Kinder, 20.000 Männer und 1.000 weibliche Jugendliche aus 40 Nationen und Volksgruppen im KZ Ravensbrück und im benachbarten KZ Uckermark interniert gewesen sein. Von diesen sollen etwa 28.000 das Lager nicht überlebt haben. Die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück wurde 1959 errichtet. (jk)



02. Mai 2022
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