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Prototyp der modernen Frau der Weimarer Republik

Sintenis mit ihrem Foxterrier Philipp, 1920er Jahre (Bild: Bildarchiv Georg Kolbe Museum, Berlin / Foto: Tucholka)

Am 3. Juli 2022 eröffnet das Museum Neuruppin eine neue Sonderschau über die vermutlich lesbische Bildhauerin Renée Sintenis (1888-1965).

Renée Sintenis wuchs in Neuruppin auf. Ihre Kindheit und Jugend in der brandenburgischen Stadt mit der Nähe zur Natur prägten zeitlebens Sintenis' künstlerisches Werk. Hier entdeckte sie ihre Liebe zu Tieren, deren Darstellung ab 1915 zu ihrem Markenzeichen wurde.

Die neue Wechselausstellung des Museums gibt einen Überblick über die gesamte Breite des künstlerischen Schaffens von Renée Sintenis. Neben ihren Tierdarstellungen sind Frauenakte sowie ausgewählte Porträts befreundeter Künstler*innen und bekannter Sportler*innen zu sehen. Doch wird auch die Person Renée Sintenis als prägender Charakter der Berliner Bohème vorgestellt. Mit ihren modisch kurzen Haaren, ihrem androgynen Aussehen und einem selbstbewussten Auftreten wurde Sintenis zum Prototyp der modernen Frau der Weimarer Republik.


Sintenis, 1930er Jahre (Bild: Bildarchiv Georg Kolbe Museum, Berlin / Foto: Helmar Lerski)

Über ihre sexuellen Vorlieben ist wenig bekannt, doch die Lesbenwelt vereinnahmt Sintenis gerne für sich. Sie heiratete zwar 1917 den wesentlich älteren Maler Emil Rudolf Weiß, der sie künstlerisch protegierte, doch liegt auf dem Waldfriedhof in Berlin-Dahlem neben ihr nicht ihr Mann, sondern die Frau, die ihre letzten Lebensjahre begleitete: ihre "Haushälterin" und Alleinerbin Magdalena Goldmann, die Renée Sintenis um rund zwanzig Jahre überlebte.

Durch die Machtübernahme der Nationalsozialisten im Januar 1933 wurde Sintenis zunehmend in ihrem künstlerischen Schaffen eingeschränkt. Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte Renée Sintenis an ihre früheren Erfolge als Künstlerin anknüpfen. Dabei ist der "Berliner Bär" von 1956 sicher die populärste Plastik, die die Künstlerin in dieser Zeit schuf. Bis heute wird der Entwurf als Preis der Berlinale vergeben. So zeigt die Ausstellung auch einen originalen Silbernen Bären, mit dem 1979 das Filmteam um Regisseur Rainer Werner Fassbinder für "Die Ehe der Maria Braun" geehrt wurde.

Die Ausstellung "Renée Sintenis – Bildhauerin aus Neuruppin" ist vom 3. Juli bis 7. November 2022 im Museum Neuruppin zu sehen. (cw/pm)



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#1 NevermindAnonym
  • 28.06.2022, 12:21h
  • Danke für diesen Hinweis. Schon 2013 habe ich die Ausstellung ihrer Werke im Kolbe-Museum gesehen, die damals mit Plakaten sehr prominent beworben wurde. Ich war begeistert von Renée Sintenis als Künstlerin und beeindruckender Persönlichkeit und ihrem bewegten Leben. Neuruppin ist auch eine überraschend schöne Kleinstadt, daher werde ich sicher versuchen, auch diesmal die Ausstellung anzusehen und empfehle es auch anderen.
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