https://queer.de/b?3861
Queere Positionen der zeitgenössischen Kunst
Bild: Simon Vogel / NAK- 28. Juli 2022,
Mit der Gruppenausstellung "Queering the Narrative" präsentiert der Neue Aachener Kunstverein (NAK) erstmals 19 Künstler*innen aus aller Welt, die sich allesamt dem LGBTQIA*-Spektrum zugehörig fühlen.
Vor dem Hintergrund vorherrschender heteronormativ geprägter und reaktionärer Manifestationen von Identität und deren künstlerischer Repräsentation stellt die Ausstellung die Frage nach queerer Identität und Narrativen sowie deren Einfluss auf das künstlerische Werk der Teilnehmer*innen.
Mit "Queering the Narrative" bietet der Kunstverein bewusst und ausschließlich Platz für diverse, queere Positionen der zeitgenössischen Kunst. Die öffentliche Repräsentation queerer Themen in allen Medien, so auch der Kunst, zieht auch heutzutage gesellschaftlich weiterhin Kritik auf sich.

Bild: Simon Vogel / NAK
Diese variiert zwar in ihrer Intensität, basierend auf den sozialen und politischen Systemen sowie die daran gekoppelte geografisch bedingte Historie in denen queere Konzepte verhandelt werden, scheint aber grundsätzlich nie gänzlich zu verstummen, wenngleich die Akzeptanz queerer Inhalte im Schutzraum einer Museums- oder Ausstellungsinstitution wächst. Dort gelingt es der Kunst nicht nur heteronormative Werte und Codes in Frage zu stellen, sondern sie zeigt auch andere Sichtweisen und Perspektiven auf und schafft zugleich Identifikationspotential für queere Menschen. Mit der Intention queere Bilder vermehrt ins kollektive Bildgedächtnis einzuschreiben wird im Idealfall darüber hinaus der Kampf für LGBTQIA*-Rechte gestärkt und eine Normalisierung queerer Lebensweisen vorangetrieben.
Die ausgewählten Werke der Ausstellung im NAK stammen aus verschiedenen Gattungen, so trifft Malerei auf Grafik, Fotografie, Installation, Skulptur oder Video. Die Arbeiten zeigen bisweilen interdisziplinäre Schnittstellen auf, sind aber inhaltlich und ästhetisch ebenfalls miteinander im Ausstellungskontext verknüpft und bilden so ein komplexes Geflecht aus Codes und Erzählungen. Dabei sind die Sujets der Arbeiten besonders vielfältig, sowohl privater als auch politischer Natur, teilweise gegenständlich, stellenweise abstrakt, jedoch stets der Frage der queeren Identität, dem Schreiben der (eigenen) queeren Geschichte verpflichtet.

Bild: Simon Vogel / NAK
Der Idee "Queering the Narrative" folgend möchte der Kunstverein so den institutionellen Diskurs um queere Inhalte und Positionen im Ausstellungsbetrieb weitertreiben und Macht- und Sichtbarkeitspolitiken, gerade eben auch in der Kunstwelt, hinterfragen. Queere Identität und queere Kunst soll als pluralistisches, veränderliches Konzept verstanden werden, das in mannigfaltiger und positiv besetzter Ausprägung einer heteronormativen Gesellschaft komplementär zur Seite gestellt wird. Queerness als Geschenk, gern geschehen.
Die Anfang Juli eröffnete Ausstellung ist noch bis zum 21. August 2022 im Neuen Aachener Kunstverein zu sehen. Die teilnehmenden Künstler*innen sind Soufiane Ababri, Kira Bunse, TM Davy, Josh Faught, Elburuz Fidan, Jenna Gribbon, Philipp Gufler, Harry Hachmeister, Constantin Hartenstein, Christopher Hartmann, Evan Ifekoya, Artor Jesus Inkerö, William E. Jones, Sholem Krishtalk, Martin Maeller, Paul Mpagi Sepuya, Aistė Stancikaitė und Luki von der Gracht. (cw/pm)










