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Offener Bücherschrank als queerer Gedenkort
Bild: Saya Ahmad / facebook- 12. Oktober 2022, kein Kommentar
Im Wiener Heinz-Heger-Park wurde am 5. Oktober ein offener Bücherschrank in Form eines rosa Winkels eingeweiht, der gleichzeitig als Erinnerungs- und Gedenkort an die homosexuellen Opfer des Nazi-Regimes dient.
Gestaltet wurde der Schrank von Paul Papalecca, der sich mit seinem Projekt "Um/Bruch" bei einem vom Bezirk Alsergrund ausgeschriebenen Wettbewerb durchsetzen konnte. In Anlehnung an den rosa Winkel, den homosexuelle Häftlinge im KZ tragen mussten, hat er die Form eines umgedrehten Dreiecks mit der Spitze nach unten. Zudem wurden an den Seiten des witterungsbeständigen Möbelstücks rosa Winkel angebracht. Der Schrank hat ein Fassungsvermögen von etwa 100 Büchern.
2009 wurde ein kleiner Teil des Zimmermannplatzes im 9. Wiener Bezirk in Heinz-Heger-Park umbenannt. Heinz Heger ist das Pseudonym des Autors des Buches "Die Männer mit dem rosa Winkel" (Amazon-Affiliate-Link ). Das Buch beschreibt die Lebensgeschichte eines schwulen KZ-Überlebenden, der im Haus Zimmermannplatz 1 wohnte. Dies war der erste Bericht über einen überlebenden Homosexuellen, der einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich wurde. Bis heute gibt es wenig aufgezeichnete Zeugnisse dieser Opfergruppe, der lange Zeit wenig gedacht wurde.
Bereits 2011 wurde am Platz durch den Verein offene Bücherschränke ein regulärer Schrank aufgestellt. Dieser wurde dem Buch "Die Männer mit dem rosa Winkel", seinem Anliegen und seiner Wirkung gewidmet. Bei der Neuerrichtung sollte dem Heinz-Heger-Park als Erinnerungsort gestalterisch Rechnung getragen werden.
Der Bücherschrank ist nun Wiens erstes permanentes Denkmal für homosexuelle NS-Opfer. Das seit langem geplante städtische "Denkmal für die Männer und Frauen, die Opfer der Homosexuellen-Verfolgung in der NS-Zeit wurden" soll erst im kommenden Jahr im Resselpark am Karlsplatz realisiert werden (queer.de berichtete). (cw)
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