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"Die Schattenseiten des Regenbogens"
Bild: Stadtarchiv Darmstadt- 20. Oktober 2022, kein Kommentar
Zum Gedenken an die Leiden der Menschen, die wegen ihrer homosexuellen Orientierung verfolgt wurden, wurde am Mittwoch in Darmstadt das Kunstwerk "Die Schattenseite des Regebogens" eingeweiht.
Der Entwurf des Würzburger Künstler Matthias Braun wurde auf der sogenannten Theaterwiese – zwischen Mollerbau (Haus der Geschichte) und Welcome Hotel – verwirklicht. Er übersetzt das Symbol der Regenbogenfahne in eine dreidimensionale, begehbare Skulptur.
Der 3,10 Meter hohe Bogen ist in der Mitte so gefaltet, dass sich zwei Hälften ergeben; die eine ist bunt gestaltet, die andere silberfarben. Der Schriftzug "Zum Gedenken an die Opfer des § 175 StGB" erinnert an die Menschen, die durch den von 1872 bis 1994 gültigen Paragrafen 175 des Strafgesetzbuchs verfolgt und in der NS-Zeit ermordet wurden. Die Skulptur wirft einen Schatten auf den Boden, der je nach Tageszeit und Lichteinfall eine Herzform bildet als Symbol für Trauer und Mitgefühl mit den Opfern. Im Akt des Durchschreitens des Bogens können Solidarität, Trauer und Gedenken an die Opfer öffentlich bekundet werden.
"Sexuelle Identität ist eine Conditio Humana, eine Grundbedingung des Menschseins", betonte Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) zur Einweihung. "Dass Menschen dafür, wie sie empfinden, begehren und lieben, entrechtet und verfolgt wurden, gehört zu den bittersten Kapiteln unserer Geschichte und erfüllt uns mit Scham. Über mehr als ein Jahrhundert hinweg geschah dies mit dem gnadenlosen Gebrauch des Strafgesetzbuchs; während des Nationalsozialismus schlug diese Entrechtung um in schiere Vernichtung. Daran zu erinnern, wie hartnäckig Vorurteile und Hass auf das Andere sich halten, wie leicht sie in Gewalt münden können, dies wollen wir mit diesem in seiner Zeichenhaftigkeit ebenso wie mit seinem ästhetischen Gehalt gelungenen Mahnmal." (cw/pm)
















