Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/b?3962

Plakatkampagne "Körpervielfalt NRW" gestartet

  • 21. Oktober 2022, kein Kommentar

Eine neue Kampagne der Landeskoordination Inter* NRW und der Landeskampagne Anders&Gleich klärt anlässlich des Intersex Awareness Days am 26. Oktober über körperliche Vielfalt auf.

"Viele Menschen halten daran fest, dass Körper eindeutig männlich oder weiblich zu sein haben," erklärte Flo Grisé von der Landeskoordination Inter* NRW zu den beiden Plakatmotiven, die u.a. an Litfasssäulen und auf digitalen Bildschirmen auch im ländlichen Raum zu sehen sein sollen. "Daraus folgt die Annahme, dass alles, was von der Norm abweicht, krankhaft ist. Viele inter* Menschen wurden und werden darum bis auf wenige Ausnahmen medizinisch nicht notwendigen Operationen und Behandlungen unterzogen, um ihre Körper einer geschlechtlichen Norm anzupassen."

Mediziner*innen und Eltern seien oft der Auffassung, diese Behandlungen seien nötig, um inter* Menschen ein "normales Leben" zu ermöglichen. Der Effekt, so Grisé, sei aber häufig das Gegenteil: "Viele dieser Behandlungen führen zu schmerzhaften Langzeitfolgen. Oder sie haben zur Folge, dass intergeschlechtliche Menschen die Beziehung zu ihrem eigenen Körper verlieren – weil sie gar nicht wissen, wie er sich ohne all diese fremdbestimmten Eingriffe entwickelt hätte."

Seit 2021 verbietet das Bürgerliche Gesetzbuch medizinisch nicht notwendige Eingriffe an Kindern, die eine "Variante der Geschlechtsentwicklung" haben. Allerdings gibt es nach wie vor Maßnahmen, die vom Gesetz nicht ausreichend abgedeckt sind. LGBTI-Verbände gehen außerdem davon aus, dass Mediziner*innen und Erziehungsberechtigte versuchen, die gesetzlichen Vorgaben zu umgehen – in der Annahme, dass junge Menschen gesünder aufwachsen könnten, wenn ihr Körper "eindeutig" männlich oder weiblich sei.

Zudem werden Jugendliche und Erwachsene nicht durch dieses Gesetz geschützt. "Diese Eingriffe in die körperliche Selbstbestimmung müssen ein Ende haben," so Vera Uppenkamp, Fachvorständin für Inter* Themen im Queeren Netzwerk NRW. "Wir setzen uns für die uneingeschränkte körperliche Selbstbestimmung aller Menschen ein. Dazu gehört: inter* Körper müssen als grundsätzlich gesund anerkannt werden. Inter* Menschen müssen die Möglichkeit haben, Behandlungen informiert und selbstbestimmt zuzustimmen – oder sie abzulehnen."

Der neue Geschlechtseintrag "divers" und die Möglichkeit, das Geschlecht eines Menschen in der Geburtsurkunde offen zu lassen, seien wichtige Fortschritte auf dem Weg zu Selbstbestimmung und einem sensiblen gesellschaftlichen Umgang mit Intergeschlechtlichkeit, so Joris Richter von der Landeskampagne Anders&Gleich. Vollständige Gleichstellung aber sei damit noch nicht erreicht. "Staat und Gesellschaft müssen endlich anerkennen, dass alle Menschen am besten in der Lage sind, selbst Auskunft über ihre Geschlechtsidentität zu geben."

Es dürfe außerdem nicht das Missverständnis entstehen, alle inter* Menschen würden den Personenstand divers oder einen offenen Personenstand führen. "Viele inter* Menschen sind Frauen oder Männer. Das heißt: Arbeitgeber*innen, Vereine, Krankenhäuser, Ärzt*innenpraxen und andere Einrichtungen müssen davon ausgehen, dass sie mit inter* Personen arbeiten – ob in ihren Unterlagen der Begriff "divers" auftaucht oder nicht." (cw/pm)


-w-
-w-


Newsletter
  • Unsere Newsletter halten Dich News aus der queeren Welt sowie über anstehende Termine auf dem Laufenden.